Ortsinfos für Innen
Navigationssysteme funktionieren bislang nur im Freien zuverlässig. Ein US-Start-up arbeitet deshalb nun an einer Routenführung für geschlossene Räume.
Navigationssysteme funktionieren bislang nur im Freien zuverlässig. Ein US-Start-up arbeitet deshalb nun an einer Routenführung für geschlossene Räume.
Wer den Elektronikmarkt "Best Buy" in der Harrison Street in San Francisco betritt, hat dem Unternehmen bereits ganz ohne Ausfüllen eines Kundenbefragungsformulars mitgeteilt, dass hier ein potenzieller Käufer mit bestimmten Bedürfnissen gekommen ist. Des Rätsels Lösung ist eine iPhone-Anwendung, die ihren Nutzern Rabatte und Gutscheine verspricht, solange sie sie nur beim Shopping auf ihren Geräten laufen lassen.
Entwickelt hat das System das Start-up Shopkick aus dem amerikanischen Palo Alto. Es basiert auf kleinen Peilstationen, die auch in Innenräumen funktionieren, wo die Satellitennavigationstechnik GPS üblicherweise versagt oder nur schlechten Empfang bietet. Dazu senden die nicht einmal handgroßen Kästchen für den Menschen unhörbare Ultraschallsignale aus, die vom Mikrofon des Handys dann empfangen werden. Mehrere Signalgeber erlauben dann eine Triangulation des Benutzers.
Sinn der Technik ist es einerseits, Firmen bessere Einblicke in das Kundenverhalten zu geben, andererseits soll diesen aber auch ein neues Shopping-Erlebnis ermöglicht werden. So kann ein Nutzer von Shopkick zu besonderen Attraktionen im Laden gelotst werden oder sich spezielle Angebote vorlegen lassen, die es nur an bestimmten Stellen in einem Einkaufszentrum gibt. War das mit GPS nur draußen und mit einer Genauigkeit im Meterbereich möglich, wird die Auflösung hier noch einmal deutlich verfeinert. Die von Shopkick gewonnenen Daten werden anonym aggregiert, so dass keine Rückschlüsse auf einzelne Kunden möglich sind, sofern diese es nicht wünschen.
Shopkick ist nicht der einzige Anbieter von ortsbasierten Systemen für Innenräume. So hat der Konkurrent Point Inside damit begonnen, Karten von Shopping-Zentren und anderen häufig besuchten Orten anzulegen und den Nutzer dann darin navigieren zu lassen. Dabei kommt eine noch simplere Technik zum Einsatz als bei Shopkick: Die Signale von WLAN-Basisstationen dienen zur Positionsbestimmung. Da in dichter besiedelten Gebieten auch in Innenräumen genügend dieser Access Points "zu sehen" sind, ergibt sich auch hier eine schnelle Triangulation. (bsc)