Stipendien aus der Online-Datenbank

Auf einem neuen Internetportal können Studenten die verschiedenen Angebote für Stipendien in ganz Europa recherchieren. Insgesamt gibt es Studienhilfen im Wert von 16 Milliarden Euro.

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Von
  • Michael Brehme
  • dpa

In einer Online-Datenbank können Studenten künftig Stipendien aus ganz Europa mit wenigen Klicks finden. Zur Vorstellung ihrer neuen Online-Datenbank ließen sich die Initiatoren etwas Ausgefallenes einfallen. Für 3000 Zuschauer im französischen Nantes druckten sie Mitte September Scherz-Geldnoten. Auf ihnen stand eine beeindruckende Zahl: 16 Milliarden Euro. Das ist der Wert, den alle Stipendien in Europa zusammen ausmachen – zweifelsohne ein riesiger Haufen Geld, der geordnet werden will.

Die Seite ScholarshipPortal.eu soll das zukünftig leisten. Sich im internationalen Wirrwarr um die Zuschüsse von Universitäten, Wirtschaftsunternehmen oder des Staates zurecht zu finden, ist keineswegs leicht. Wo studieren, zu welchem Preis – und mit welchen Chancen auf finanzielle Unterstützung? Die neue Datenbank soll dem Ganzen nun einen einheitlichen Auftritt verpassen und die Orientierung erleichtern. Fortan ist der überwiegende Teil aller Hochschul-Stipendien innerhalb des Kontinents dort gespeichert.

"Die Datenbank wächst sehr schnell", sagt Projektleiter Joran van Aart. Der Betrag 16 Milliarden Euro stammt aus einer Studie der Europäischen Union (EU), in der einmal der Wert aller Stipendien auf dem Kontinent ermittelt wurde. "Das ist unfassbar viel Geld und zeigt den Berg an Möglichkeiten der Studenten", meint der Niederländer.

Seit der Präsentation ist die Internetseite nun offiziell freigeschaltet, zuvor war bereits gut zwei Monate lang eine Testversion online. Alleine im August sei die Datenbank 100.000-mal aufgerufen worden, sagt van Aart. Angehende Studenten können gleich auf der Startseite über mehrere Suchkriterien das für sich Passende herausfiltern. Der Speicher kann etwa nach Fachgebiet, Herkunftsland und gewünschtem Studienland gefiltert werden. Per Klick auf ein Angebot werden dann Details wie Bewerbungsverfahren erläutert.

Einem Deutschen, der einen Bachelor in Jura anstrebt und in Großbritannien studieren will, bieten sich beispielsweise acht verschiedene Chancen für Stipendien. Abhängig von Qualifikation und Zielort sind für ihn bis zu 1050 Euro an monatlicher Unterstützung drin. Oftmals scheitert ein Studium außerhalb des eigenen Landes nämlich nur am Geld – einer EU-Studie zufolge ist das bei sechs von zehn Fällen so.

"Wir haben versucht, alles so übersichtlich wie möglich zu gestalten", sagt Initiator van Aart, dessen Projekt auch durch Gelder der Europäischen Kommission in Brüssel mitfinanziert wurde.

Die meisten Studenten seien sich völlig im Unklaren über ihre Möglichkeiten, meint der Niederländer. Beste Chancen auf finanzielle Unterstützung hätten erfahrungsgemäß besondere Talente – aber das Spektrum an unterschiedlichen Stipendien-Angeboten reiche noch viel weiter. "Manchmal reicht es für eine Bewerbung auch schlichtweg, Linkshänder zu sein", scherzt er. (vbr)