Combots weitet 2005 operativen Verlust aus
Der operative Verlust stieg auf 17,3 Millionen Euro. Dank der Einnahmen aus dem Verkauf des Internet-Portals Web.de weist Combots einen Ăśberschuss von 273 Millionen Euro aus, nennt jedoch keine Details zur geplanten neuen Kommuniktionsplattform.
Die Internetfirma Combots AG hat im abgelaufenen Jahr ihren operativen Verlust fast verdoppelt. Der operative Fehlbetrag belaufe sich auf 17,3 Millionen Euro nach minus 9,3 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die Gesellschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit. Der Umsatz sank von 700.000 Euro auf 600.000 Euro. Das früher als Web.de AG firmierende Unternehmen hat im vergangenen Jahr mit dem Internet-Portal-Geschäft sein Hauptgeschäftsfeld an United Internet abgegeben. Aus dieser Transaktion sind Combots 200 Millionen Euro in bar und 5,8 Millionen Aktien (entsprechend 9,31 Prozent) der United Internet AG zugeflossen. Diese hatten per 31. Dezember 2005 einen Gegenwert von 187 Millionen Euro. Infolgedessen weist die Combots AG für 2005 ein positives Jahresergebnis von 273,1 Millionen Euro aus.
Nach eigenen Angaben entwickelt Combots derzeit eine Kommunikationsplattform, die "künftig hohe Einnahmen" liefern soll. Die Personal Digital Communication genannten Dienste sollen Mitte des Jahres an den Start gehen. Was genau dahintersteckt, verrät Combits bislang nicht, in einer früheren Ankündigung versprechen die Karlsruher "Spam-freie, unterhaltende und vertrauliche Drag&Drop-Kommunikation".
Im Februar hatte Combots den Abschluss von 30 Peering-Vereinbarungen mit Partnern wie QSC, Freenet, Hansenet und United Internet bekannt gegeben und eine 20-GBit-Anbindung an den Netzwerknoten DE-CIX in Frankfurt implementiert zu haben. Dessen Kapazität ermögliche beispielsweise, innerhalb einer Stunde 72 Millionen Fotos weltweit zwischen Combots-Kunden auszutauschen, teilt Combots mit, und gibt damit womöglich ein wenig über seinen geplanten Kommunikationsdienst preis. Web.de hatte bereits vor drei Jahren den Telefonie-Dienstes Comwin gestartet, auf dessen Nachfolgeprodukt Combots nun seine Zukunft setzt. (ssu)