KI steigert Produktivität, aber Unternehmen profitieren kaum

Mitarbeiter sparen laut einer Studie täglich über eine Stunde durch KI. Dennoch verzeichnen nur drei Prozent der Unternehmen deutliche Effizienzgewinne.

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Mann faulenzt auf Stuhl, Roboter auf einem Tisch, grüner Hintergrund

(Bild: heise medien)

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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Künstliche Intelligenz macht Mitarbeiter produktiver – doch die Unternehmen profitieren kaum davon. Das zeigt der AI Collaboration Report 2025 von Atlassian, für den weltweit 12.000 Büroangestellte und 180 Führungskräfte befragt wurden. Während die individuelle Produktivität um geschätzte 33 Prozent steigt, verzeichnen nur drei Prozent der Unternehmen deutliche Effizienzgewinne.

Der tägliche KI-Einsatz hat sich laut der Studie im vergangenen Jahr verdoppelt. Die befragten Mitarbeiter geben an, durch KI-Tools durchschnittlich 1,3 Stunden pro Tag zu sparen. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) wendet sich inzwischen lieber an eine KI als an einen Kollegen, wenn sie Informationen benötigen. Und in 74 Prozent der Unternehmen fördern Führungskräfte den KI-Einsatz aktiv – im Vorjahr waren es noch 60 Prozent.

Doch trotz der gestiegenen individuellen Effizienz bleiben laut Studie die erhofften Durchbrüche auf Unternehmensebene aus. Der Grund: Teams arbeiten zunehmend isoliert in Silos, und die vielen KI-Tools sorgen eher für Verwirrung als für Klarheit. 37 Prozent der Führungskräfte berichten, dass ihre Teams durch den KI-Einsatz bereits überfordert waren oder Zeit verschwendet haben. Unternehmen, die sich nur auf individuelle Produktivität konzentrieren, haben zudem eine 16 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, echte Innovationen hervorzubringen.

Auf Führungsebene zeigt sich eine deutliche Wahrnehmungslücke: Führungskräfte sind 5,6-mal häufiger davon überzeugt, dass KI bei der Lösung komplexer Probleme hilft. Während beispielsweise 82 Prozent der Marketingverantwortlichen glauben, ihre Teams nutzten bereits KI zur Content-Erstellung, bestätigen das nur 56 Prozent der betroffenen Mitarbeiter. Hinzu kommt, dass nur zehn Prozent der Führungskräfte mit größeren Jobverlusten durch KI-Automatisierung rechnen.

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Das Problem sei laut Atlassian nicht mangelnde Technologie, sondern fehlende Vernetzung. Wenn KI nur dazu genutzt werde, individuelle Aufgaben schneller abzuarbeiten, statt Teams und Wissen zu verknüpfen, verstärke sie bestehende Ineffizienzen. Diese Interpretation durch Atlassian überrascht nicht, bietet das Unternehmen doch selbst entsprechende Tools zur Vernetzung an.

Abschließend schätzt die Studie, dass es Fortune-500-Unternehmen jährlich bis zu 98 Milliarden US-Dollar kosten könnte, wenn sie sich ausschließlich auf individuelle Produktivität fokussieren. Der Schlüssel liege in klaren Strukturen, besserer Abstimmung und einer gemeinsamen Vision für den KI-Einsatz. Alle Ergebnisse finden sich im AI Collaboration Report 2025.

(fo)