Chip-Ausrüster ASML mit glänzenden Geschäften
Der Weltmarktführer bei der Herstellung von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie steuert auf ein Rekordjahr zu. Der Auftragsbestand beläuft sich derzeit auf 2,7 Milliarden Euro – und die Auslieferung neuer EUV-Lithographiesysteme, die eine Fertigung von Schaltkreis-Strukturen mit einer Auflösung um 20 Nanometer ermöglichen, hat gerade begonnen.
Der niederländische Hersteller von Lithographiesystemen für die Chipproduktion ASML (Advanced Semiconductor Materials International) hat das dritte Quartal 2010 mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abgeschlossen. Die Erlöse verdoppelten sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres (555 Millionen Euro) auf 1,18 Milliarden Euro, der Nettogewinn kletterte auf 269 Millionen Euro (Vorjahr: 20 Millionen Euro). ASML konnte zwischen Juli und September zudem Aufträge im Gesamtvolumen von knapp 1,3 Milliarden Euro abschließen (42 neue und 18 überarbeitete Systeme). Zum Stichtag 26. September 2010 belief sich der gesamte ASML-Auftragsbestand auf 2,7 Milliarden Euro.
Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen eine Umsatzsteigerung auf 1,3 Milliarden Euro; und für das Gesamtjahr stellt ASML sogar ein Übertreffen seiner bisherigen Umsatz-Bestmarke von 3,8 Milliarden Euro um 10 bis 15 Prozent in Aussicht. Gefragtestes Produkt für die Massenproduktion von Wafern ist nach Angaben von ASML-CEO Eric Meurice derzeit das Immersionslithographiesystem Twinscan NXT:1950, das eine Fertigung von Schaltkreis-Strukturen mit einer Auflösung bis 38 Nanometer ermöglicht. Man habe aber bereits mit der Auslieferung des neuen EUV-Lithographiesystems NXE:3100 begonnen, das Strukturen um 20 Nanometer ermöglicht, teilte Meurice bei der Präsentation der Quartalszahlen mit.
Die Geschäfte von ASML, das sich selbst als Weltmarktführer bei der Herstellung von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie bezeichnet, sind ein guter Indikator für die allgemeine Entwicklung in der Chipbranche. Nach einem drastischen Einbruch (dem Abschwung bei DRAM folgte noch die Finanz- und Wirtschaftskrise) mit Stellenabbau und der Schließung von Produktionsstätten verzeichnet der Konzern seit Anfang 2010 wieder eine starke Nachfrage nach seinen Produkten. Die Nachfrage ist laut ASML derzeit so stark, dass das Unternehmen an die Grenzen seiner Produktionskapazitäten stößt und deshalb schon Umstrukturierungen seiner Arbeitsprozesse vorgenommen hat, um den Bedarf an Lithographie-Systemen zu decken. (pmz)