Forscher kritisieren gebremsten Ausbau von Erneuerbaren Energien

Forscher warnen vor gebremstem Ausbau von Erneuerbaren Energien und plädieren für klare Technologiewahl statt offener Ansätze.

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Windkraftanlage an Land

Eine Windkraftanlage an Land: Forscher des DIW fordern mehr davon, statt den Ausbau zu bremsen.

(Bild: EnBW / Weltenangler)

Lesezeit: 2 Min.
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  • dpa
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Die Kritik an der angekündigten Neuausrichtung beim Ausbau von erneuerbarer Energie reißt nicht ab. In einer der dpa vorab vorliegenden Kurzstudie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) wird der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) angekündigte Kurswechsel in der Energiepolitik bemängelt. "Die Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Energiewende sind so gut wie noch nie. Wir brauchen jetzt einen klaren Kurs anstelle eines Kurswechsels", erklärte Wolf-Peter Schill vom DIW. Er ist Leiter des DIW-Forschungsbereichs "Transformation der Energiewirtschaft" und Mitautor der Studie.

Reiche hatte im September eine stärkere Kostenorientierung beim Umbau des Energiesystems in Richtung Klimaneutralität angekündigt und zehn Maßnahmen vorgeschlagen, darunter die Abschaffung der fixen Einspeisevergütung für erneuerbare Energien. "Energiepolitische Entscheidungen dürfen keine Fehlinvestitionen oder Überregulierung erzeugen, sondern müssen auf Markt, Technologievielfalt und Innovation setzen", hatte sie gesagt.

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Laut DIW steht bei der Neuausrichtung der Energiewende im Raum, die Ausbauziele für Windkraft und Photovoltaik zu reduzieren. Eine andere Prioritätensetzung sei jedoch sinnvoll. "Die Voraussetzungen für den weiteren Ausbau von Wind- und Solarenergie haben sich zuletzt deutlich verbessert, unter anderem durch schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie gesunkene Kosten der Anlagen", heißt es in der Studie. "Die Regierung sollte diese guten Rahmenbedingungen nutzen und den Ausbau nicht bremsen, sondern an den bisherigen Ausbauzielen weitgehend festhalten und das Tempo vor allem bei der Windkraft an Land weiter beschleunigen." Gemeint sind unter anderem sinkende Gestehungskosten der Energielieferanten.

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Ein schnellerer Hochlauf bei Elektroautos und Wärmepumpen sei dringend geboten, um Deutschlands Klimaziele zu erreichen, so die Studie weiter. "Auch die heimische Erzeugung von Wasserstoff sollte vom aktuell extrem niedrigen Niveau deutlich hochgefahren werden." Das Wirtschaftsministerium hatte erklärt, dass die aktuellen Elektrolyseur-Ausbauziele durch flexible Ziele ersetzt werden sollen, die sich an konkreten Projekten auf der Nachfrageseite in Deutschland orientierten. Die Studienautoren kritisierten eine "von der Regierung immer wieder betonte Präferenz für einen technologieoffenen Ansatz". Sie sei zum jetzigen Zeitpunkt wenig hilfreich. Vielmehr dürfte eine klare Festlegung auf verfügbare, effiziente Technologien wie Batteriefahrzeuge und Wärmepumpen zielführender sein. "Technologieklarheit wäre hilfreicher als Technologieoffenheit", so Schill.

(mfz)