Microsoft, Nvidia und Anthropic: Milliarden-Deal für KI
Microsoft, Nvidia und Anthropic haben einen Milliarden-Deal angekündigt. Die Partnerschaft bindet Anthropic enger an die beiden Konzerne.
Anthropic bindet sich enger an Microsoft und Nvidia.
(Bild: jackpress / Shutterstock.com)
Im Zuge der Vertriebsmesse Microsoft Ignite hat der Konzern nicht nur angekündigt, Windows und sein Ökosystem mit mehr agentischer KI auszustatten, sondern auch, zusammen mit Nvidia Milliarden in den OpenAI-Konkurrenten Anthropic zu investieren. Der Chip-Entwickler Nvidia investiert bis zu zehn Milliarden US-Dollar und Microsoft bis zu fünf Milliarden. Anthropics Bewertung verdoppelt sich fast.
Anthropic zieht in Microsofts Copilot ein
Durch die vertiefte Partnerschaft bindet sich Anthropic zugleich enger an die beiden Konzerne. Denn das KI-Unternehmen verpflichtet sich, Rechenleistung aus Microsofts Computer-Cloud Azure im Wert von 30 Milliarden Dollar für den Ausbau seines Claude-Modells zu beziehen und zusätzliche Rechenkapazität von bis zu einem Gigawatt zu erwerben. Die Infrastruktur dahinter soll dabei auf Nvidia-Hardware laufen. Laut der gemeinsamen Ankündigung wird Anthropic dabei auf Nvidias Grace-Blackwell- und Vera-Rubin-Systeme setzen.
Das Ziel sei es, dass so mehr Unternehmen Claude nutzen können, vor allem über Azure, mit mehr Auswahl bei den Modellen und einigen Claude-spezifischen Funktionen, die sich in Microsofts Angebot einklinken. Kunden von Microsoft Foundry sollen durch die neue Partnerschaft Zugang zu den Claude-Modellen Sonnet 4.5, Opus 4.1 und Haiku 4.5 erhalten. Microsoft hat sich im Zuge des Deals dazu verpflichtet, den Zugriff auf Claude über die gesamte Copilot-Produktfamilie hinweg anzubieten, darunter GitHub Copilot, Microsoft 365 Copilot und Copilot Studio.
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Die Unternehmen verkünden zudem stolz, dass Claude durch die Partnerschaft "das einzige "frontier Modell" sein wird, das auf allen drei weltweit führenden Cloud-Diensten verfügbar ist". Trotz der milliardenschweren Ankündigung und der damit verbundenen Ausweitung seiner Cloud-Präsenz auf andere Managed Services, hält Anthropic in seiner selbst veröffentlichten und weitgehend inhaltlich identischen Pressemitteilung fest, dass Amazon "weiterhin der wichtigste Cloud-Anbieter und Schulungspartner von Anthropic" bleibt.
Auch wenn Microsoft in Anthropic investiert und in seine Dienste integriert, bleibe OpenAI ein zentraler Partner, sagte Microsoft-Chef Satya Nadella. Microsoft hält schließlich 27 Prozent der Anteile an OpenAI, die beiden Unternehmen hatten sich zudem erst Ende Oktober auf neue Partnerschaftsregeln geeinigt, die beiden mehr Freiheiten gewähren soll. Zuvor gab es allerdings einige Querelen um die Vertragsbedingungen.
Anthropic-Wert seit September fast verdoppelt
Durch den neuen Deal wird Anthropic laut einem Bericht des US-Wirtschaftssenders CNBC nun mit rund 350 Milliarden Dollar bewertet. Im September hatte das Unternehmen noch eine Bewertung von 183 Milliarden Dollar. Binnen zwei Monaten hat sich der Wert des Unternehmens also fast verdoppelt.
Viele Stimmen sehen in den massiven Investitionen in die KI-Infrastruktur eine Blase, die kurz vor dem Platzen ist. Selbst OpenAI-Chef Sam Altman und Meta-Boss Mark Zuckerberg, also jene, die selbst maßgeblich vom Siegeszug der KI profitieren, halten das für möglich. Sprechen jedoch nicht ganz uneigennützig vom möglichen Platzen der Blase. Zuckerberg möchte dann etwa günstig Startups und Expertise kaufen. Bis dahin werfen sich die Unternehmen aber offenbar gegenseitig die Milliarden zu. Diese vielfältigen Kreisgeschäfte und kaum zu überblickenden Verbindungen stehen in der Kritik.
(afl)