China: Europäische Firmen leiden unter Exportkontrollen und blicken ins Ausland

Der Handelsstreit zwischen China und den USA trifft auch europäische Firmen: Die neuen Exportkontrollen sorgen für Verzögerungen, zeigt eine Umfrage.

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Container lagern im Hafen

(Bild: Travel mania/Shutterstock.com)

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Chinas Exportkontrollen haben erhebliche Auswirkungen auf die Geschäfte vieler dort tätiger europäischer Firmen, einige befürchten Produktionsverzögerungen oder gar -unterbrechungen. Das geht aus einer jetzt vorgestellten Umfrage der Europäischen Handelskammer in China hervor. 40 Prozent der betroffenen Firmen leiden demnach unter Lieferverzögerungen von bis zu zwei Monaten. Noch einmal so viele rechnen mit „erheblichen Störungen“ ihrer Lieferketten. Etwa ein Drittel der Befragten plant zudem, Güter künftig auf anderen Staaten zu beziehen. Noch einmal so viele wollen mit Zulieferbetrieben außerhalb von China Kapazitäten außerhalb der Volksrepublik aufbauen.

Die Zahlen zeigten, dass Chinas Exportkontrollen die Unsicherheit bei europäischen Firmen in dem Land erhöht hätten, fasst der Chef der Interessenvertretung, Jens Eskelund, die Ergebnisse zusammen. Erschwert würde die Situation durch die Reaktionen von Chinas Handelspartnern, die ein globales Handelssystem, das ohnehin schon unter Druck geraten war, weiter belasten würden. Weil viele Firmen aber noch dabei seien, ihre Lieferketten anzupassen, gebe es noch die Möglichkeit, eine nachhaltige Lösung zu finden, ergänzt sein Vize, Stefan Bernhart. Als solche sieht er ein allgemeines Lizenzierungsverfahren, das die nötige Stabilität und Vorhersagbarkeit garantieren könnte. Damit könnte ein weiterer Vertrauensverlust verhindert werden.

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Jedes vierte der betroffenen Unternehmen produziert demnach Waren in China und ist dabei bereits von den Kontrollen betroffen. 50 Prozent haben Zulieferer oder Kundschaft, die in der Volksrepublik betroffene Waren produzieren lassen. China hat im Frühjahr begonnen, die Exporte von seltenen Erden zu kontrollieren. Eine weitere Verschärfung des Vorgehens erfolgte im Herbst. Die wurde dann aber ausgesetzt. Viele der jetzt befragten Firmen beklagen nun, dass dabei versprochene Fristen für die Kontrollen nicht eingehalten würden, was die Lieferzeiten verlängere. Zudem haben 11 Prozent Sorge, dass sie im Rahmen der Kontrollen sensible Informationen über urheberrechtlich geschützte Waren weitergeben müssen. Noch mehr meinen, dass insgesamt zu viele Daten abgefragt würden.

Die Umfrage lief vom 6. bis zum 24. November, teilgenommen haben demnach 131 Unternehmen. Von denen hätten 56 geantwortet, dass sie nicht betroffen seien, woraufhin die Umfrage für sie beendet war.

(mho)