Forscher haben wohl den ersten Exomond gefunden

Fast alle Planeten in unserem Sonnensystem haben Monde – warum nicht auch Exoplaneten? Astronomen wollen den ersten Exomond entdeckt haben.

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KĂĽnstlerische Darstellung des Exoplaneten HD 206893 b

KĂĽnstlerische Darstellung des Exoplaneten HD 206893 b

(Bild: NASA)

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Bisher haben Forscher 6000 Planeten entdeckt, die um Sterne außerhalb unseres Sonnensystems kreisen. Mindestens einer von ihnen hat auch einen Mond: Ein Team um den französischen Astronomen Quentin Kral hat mutmaßlich den ersten Exomond entdeckt.

Der Mond umkreist demnach den 2021 entdeckten Planeten HD 206893 b. Nach Angaben der Forscher ist er sehr groĂź: Er habe 0,4 Jupitermassen, schreibt das Team in einem Aufsatz, der in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics erscheinen soll und der als Preprint auf dem Dokumentenserver arXiv abrufbar ist. Das entspricht mehr als sieben Neptun-Massen. Er umkreist den Planeten in etwa einem Dreivierteljahr.

Allerdings ist der Planet selbst auch ein Gigant: HD 206893 b ist ein Gasplanet, der den 1,25-fachen Radius des Jupiter hat, aber die 28-fache Masse. Er kreist mit einem weiteren Planeten um den Stern HD 206893, einen Stern der Spektralklasse F, der 133 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Der Planet kreist in einer Entfernung von 9,6 Astronomischen Einheiten, etwa 1,4 Milliarden Kilometer, um den Stern und benötigt für eine Umrundung über 25 Jahre.

Entdeckt wurde der Mond mit dem Instrument VLTI/GRAVITY der Europäischen Südsternwarte auf dem Berg Cerro Paranal in der Atacama-Wüste im Norden Chiles. Das Team nutzte dabei eine Methode mit der Bezeichnung Astrometrie, bei der räumliche Schwankungen zwischen Sternen und Planeten oder Planeten und Monden erfasst werden.

Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (NASA) sind derzeit 6000 Exoplaneten bestätigt. Daneben gibt es über 8000 Kandidaten, die noch bestätigt werden müssen. Auch für Exomonde gibt es bereits einige Kandidaten, die aber noch nicht bestätigt sind.

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Laut dem Team um Kral ist es nicht sicher, dass es sich bei dem neu entdeckten Objekt tatsächlich um einen Mond von HD 206893 b handelt. Es bleibe „eine gewisse Unklarheit“, ob das Paar nicht auch ein Doppelplanet sein könne. Ohnehin gebe es keine Definition dafür, was ein Exomond sei.

(wpl)