Microsoft-Konkurrenten unzufrieden mit Lizenzierungsmodell
Die von Microsoft im Rahmen des EU-Kartellverfahrens vorgeschlagenen Preise fĂĽr die Lizenzierung von Kommunikationsprotokollen sind Unternehmen wie IBM, Nokia und Oracle zu hoch.
Die von Microsoft vorgeschlagenene Bedingungen zur Lizenzierung von Server-Kommunikationsprotokollen stoĂźen auf Unmut bei der Konkurrenz. Die Financial Times zitiert in ihrer Printausgabe den Anwalt Thomas Vinje von der internationalen Kanzlei Clifford Chance, die Unternehmen wie IBM, Nokia und Oracle vertritt. Diese seien nicht damit einverstanden damit, Microsoft bis zu 8,5 Prozent des durch die lizenzierte Technik erzielten Umsatzes abfĂĽhren zu mĂĽssen.
Das von Microsoft vorgeschlagene Lizenzierungsmodell spiegelt in den Augen von Vinje keinen "innovativen Wert" wider, sondern eher den Versuch, Interoperabilität zu vermeiden und damit die Auflagen der EU zu missachten. Microsoft wiederum sagt, die Lizenzgebühren würden für einige der wertvollsten Servertechnologien erhoben, die in Redmond entwickelt wurden. Es gebe keine Gefahr übertriebener Preise, da sie von unabhängigen Stellen überwacht würden. EU-Wettbewerbskommissarin hatte Anfang der zweiten Juni-Woche angekündigt, Microsofts Vorschläge sollten bei einem "Markttest" Konkurrenten von Microsoft vorgelegt werden.
Microsoft hatte im Rahmen des EU-Kartellverfahrens zugesichert, dass der Konzern die Entwicklung und den Verkauf von Konkurrenz-Netzwerksystemen, die mit Windows-Personalcomputern und -Servern zusammenarbeiten sollen, weltweit nicht behindern und nicht gegen solche Systeme vorgehen wird. Die Kommunikationsprotokolle, die auch als Teil der auĂźergerichtlichen Einigung im US-Kartellverfahren bislang kostenpflichtig lizenziert werden mussten, sollen teilweise ohne LizenzgebĂĽhren herausgegeben werden. (anw)