Weltraumtechnik gegen Wassermangel
Wissenschaftler am Field and Space Robotics Laboratory des MIT haben ein kompaktes, transportables Wasserentsalzungsgerät entwickelt, das mit Solarenergie betrieben wird.
Wissenschaftler am Field and Space Robotics Laboratory des MIT haben ein kompaktes, transportables Wasserentsalzungsgerät entwickelt, das mit Solarenergie betrieben wird. Nach Angaben der Wissenschaftler erzeugt ein erster Prototyp des Moduls 80 Gallonen (rund 300 Liter) Trinkwasser pro Tag.
Steven Dubowsky und seine Kollegen stellten den Prototyp Anfang Oktober auf der Fachkonferenz EuroMed 2010 vor. Die Anlage arbeitet nach dem Prinzip der so genannten Umkehr-Osmose. Hierbei wird Meerwasser unter hohem Druck durch eine Membran gepresst, an der das Salz dann hängenbleibt. Das Verfahren an sich ist nicht neu – es wird vor allen Dingen in den Golfstaaten in großen, zentralen Anlagen angewandt. Der energetische Aufwand ist allerdings recht hoch: zwischen 4 und 9 Kilowattstunden pro Kubikmeter – und die werden gegenwärtig noch zumeist mit Hilfe von fossilen Energieträgern erzeugt. Im April hatte IBM bekannt gegeben, man wolle gemeinsam mit Partnern aus Saudi-Arabien die größte, solarbetriebene Meerwasser-Entsalzungsfabrik der Welt bauen.
Die MIT-Forscher wollen das Verfahren nun jedoch auch für kleine, dezentrale Anlagen umsetzen. Um den Wirkungsgrad der Anlage zu erhöhen, haben sie das Modul mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die von einem Steuerrechner automatisch ausgelesen werden. Dieser soll die Parameter – etwa die Leistung der Pumpe – dann automatisch an die jeweiligen Wetterbedingungen anpassen. (wst)