auto-cpufreq 3.0: Bessere CPU-Kontrolle für längere Akkulaufzeit unter Linux
Die neue Version des Power-Management-Tools bringt manuelle Turbo-Kontrolle und zahlreiche Bugfixes für Linux-Laptops.
(Bild: heise medien)
auto-cpufreq 3.0.0 ist da: Das Open-Source-Tool optimiert automatisch die CPU-Geschwindigkeit und Energieaufnahme von Linux-Notebooks, indem es Governor, Frequenzen und andere Parameter basierend auf Batteriestatus, CPU-Auslastung und Temperatur anpasst. Die aktuelle Version bietet erstmals manuelle Kontrolle über CPU-Turbo-Einstellungen und verbessert die Unterstützung für Systeme mit mehreren Batterien.
Das wichtigste neue Feature erlaubt Nutzern, die CPU-Turbo-Einstellungen sowohl über die Kommandozeile als auch über die grafische Oberfläche manuell zu überschreiben. Damit lässt sich der Turbo-Boost unabhängig von der Automatik aktivieren oder deaktivieren. Ergänzend können Anwender in der Konfigurationsdatei nun ein spezifisches Batteriegerät angeben, was die Zuverlässigkeit auf Systemen mit mehreren Batterien oder ungewöhnlichen Pfaden erhöht.
Umfangreiche Bugfixes für CPU-Skalierung
Version 3.0.0 behebt mehrere Probleme bei der CPU-Frequenz-Skalierung. So werden nun die korrekten cpuinfo- und scaling-Werte für minimale und maximale Frequenzen verwendet. Zudem nutzt die Software jetzt scaling_max_freq für die maximale CPU-Taktfrequenz, was eine präzisere Steuerung ermöglicht. Die Monitor-Ausgabe für „CPU frequency scaling“ wurde korrigiert, sodass Nutzer aussagekräftigere Informationen erhalten.
Asus-Notebooks profitieren von verbesserter Unterstützung für Grenzwerte für den Akkuladestand. Die Software kann nun Ladebegrenzungen setzen – beispielsweise auf 80 Prozent –, was die Lebensdauer des Akkus verlängert. Dafür wurden sowohl spezifische Funktionen für Asus-Geräte hinzugefügt als auch Fallback-Pfade implementiert, die auch bei abweichenden Systemkonfigurationen greifen.
Videos by heise
Wayland-Kompatibilität und NixOS-Integration
Die grafische Oberfläche auto-cpufreq-gtk wurde für Wayland-Nutzer verbessert. Ein Fehler, der unter dem Wayland-Kompositing-Protokoll zu einer falschen Fensterikone führte, ist behoben. Außerdem wurde das Error-Handling für pkexec verbessert, das für Root-Zugriff benötigt wird. NixOS-Anwender erhalten ein neues Konfigurationsbeispiel sowie Fixes für Probleme mit Nix-Flakes und fehlende awk-Befehle.
Unter der Haube wurden Abhängigkeiten aktualisiert: urllib3 stieg von Version 2.6.0 auf 2.6.3, und die Software migrierte zu urwid v3 mit Poetry. Die urllib3-Aktualisierung schließt Sicherheitslücken in HTTP-Requests.
Installation und Alternativen
auto-cpufreq lässt sich unter Ubuntu und anderen Distributionen über Snap installieren: sudo snap install auto-cpufreq. Alternativ steht ein Installer-Skript auf GitHub zur Verfügung. Wichtig: Das Tool steht im Konflikt mit GNOMEs power-profiles-daemon, der vor der Nutzung maskiert werden muss. Anders als TLP, das umfassendes Power-Management für USB, Festplatten und WLAN bietet, konzentriert sich auto-cpufreq ausschließlich auf CPU-Governor, Frequenzen und Turbo-Boost.
Die Software arbeitet mit Standard-Kernel-Schnittstellen wie cpufreq und benötigt keine Kernel-Modifikationen. Sie bietet drei Modi: --monitor zur Überwachung, --live für temporäre Nutzung und einen Daemon-Modus für persistente Integration via systemd. Nutzerberichte sprechen von 20 bis 30 Prozent längerer Akkulaufzeit, wobei die tatsächlichen Ergebnisse von Hardware und Nutzungsszenarien abhängen. Bei hoher Last schaltet das Tool automatisch zum performance-Governor, sodass keine Leistungseinbußen beim Gaming oder bei rechenintensiven Aufgaben zu erwarten sind.
(fo)