Montag: Meta erklärt Zukunft des Metaverse, Microsoft verrät BitLocker-Schlüssel
Metaverse mobil statt VR + HDD-Verschlüsselung richterlich geöffnet + WLAN-Router mit 1-km-Reichweite + 50 Jahre Concorde + Folgen der Internetsperre im Iran
(Bild: PopTika/Shutterstock.com)
Reality-Labs-Chef Andrew Bosworth sprach diese Woche zum ersten Mal über die Einschnitte in der VR-Sparte und erläuterte Metas neuen Metaverse-Kurs. Demnach lebt das Metaverse-Projekt weiter, aber vorrangig auf Smartphones statt VR. Denn "Virtual Reality wächst offensichtlich langsamer, als wir hofften", räumt Bosworth ein. Derweil sind die Folgen deutlich geworden, dass Microsoft den Schlüssel der Festplattenverschlüsselung BitLocker standardmäßig im Online-Account von Kunden hinterlegt. Dort ist er mit richterlichem Beschluss abrufbar, was etwa das FBI zuletzt ausgenutzt hat. BitLocker ist jedoch nicht alternativlos. Eine Alternative für weit reichenden WLAN-Empfang ist der HaLowLink 2 von GL.iNet. Dieser WLAN-Router nutzt ein Chipset von Morse Micro, das zwischen 750 und 950 MHz arbeiten kann, und bietet laut Hersteller eine Reichweite von bis zu einem Kilometer. In Europa gibt es jedoch erhebliche Einschränkungen – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.
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Meta Platforms entließ vergangene Woche rund 1.500 Angestellte der VR-Sparte. Der personelle Einschnitt entspricht etwa zehn Prozent der Reality-Labs-Abteilung, die VR-Brillen und Smart Glasses entwickelt. Meta erklärte, dass man Investitionen vom Metaverse in Richtung KI-Brillen und Wearables umverteilen werde. Ein Geschäftsbereich, der derzeit deutlich stärkere Wachstumssignale zeigt als Virtual Reality. Jetzt erklärt der Reality-Labs-Leiter, dass Meta an gewichtigen Investitionen in das Metaverse festhalte, jedoch sicherstellen wolle, dass die Aufwendungen angemessen seien. Während Meta wohl weiterhin an neuer VR-Hardware arbeitet, findet der eigentliche Umbruch auf der Softwareseite statt. Zunächst gibt es Änderungen an Horizon OS, dem Betriebssystem der VR-Brille: So geht es nach Metas Kurswechsel weiter mit dem Metaverse.
Wer seine Festplatte oder SSD verschlüsselt, darf eigentlich davon ausgehen, dass nur er diese auch wieder entschlüsseln kann. Bei der Verschlüsselungstechnologie BitLocker von Microsoft scheint dies aber nicht unbedingt der Fall zu sein, weil das Unternehmen den Schlüssel in der Home-Edition von Windows automatisch im Online-Konto des Nutzers abspeichert. Das schützt davor, den Schlüssel zu vergessen, gewährt aber auch Microsoft Zugriff darauf. Laut Microsoft stellen Ermittlungsbehörden pro Jahr 20 Anfragen nach BitLocker-Schlüsseln. Jetzt wurde recherchiert, dass der Konzern im letzten Jahr Wiederherstellungsschlüssel an das FBI übergeben hat. Damit ist die Bitlocker-Sicherung im Online-Account nicht mehr sicher, aber es gibt Alternativen zu BitLocker: Microsoft gibt Schlüssel an Strafverfolger heraus.
Der chinesische Routerhersteller GL.iNet bietet neue Router für den weit reichenden WLAN-Standard IEEE 802.11ah alias „Wi-Fi HaLow“ an. Wi-Fi HaLow nutzt Funkfrequenzen unterhalb von 1 GHz, in Europa im Bereich zwischen 863 und 870 MHz, und hat dadurch wesentlich geringere Wegstreckendämpfung als WLANs bei 2,4, 5 oder 6 GHz. Der HaLowLink 2 hat sowohl einen Access-Point- als auch einen Station-Modus, sodass zwei Geräte größere Distanzen via HaLow überbrücken können oder eine einzelne Basis HaLow-fähige Endgeräte ans Netzwerk anbindet. GL.iNet gibt eine Reichweite von bis zu einem Kilometer an. Allerdings ist der Bereich zwischen 863 und 870 MHz in Europa nur sehr eingeschränkt für schnelle, kontinuierliche Datenübertragungen tauglich: Neuer Wi-Fi-HaLow-Router von GL.iNet für WLAN mit 1 Kilometer Reichweite.
Bei Hummer und Champagner im Überschalltempo über den Atlantik: Das Überschallpassagierflugzeug Concorde bot einen schnellen und luxuriösen Transfer nach New York. Vor 50 Jahren flog der schlanke Jet erstmals mit Passagieren an Bord. Zwei Maschinen hoben gegen Mittag am 21. Januar 1976 zur gleichen Zeit ab, eine in Paris und eine in London. Die Plätze für die Erstflüge waren teilweise schon Jahre im Voraus reserviert. Die Concorde war ein Prestigeprojekt der britischen und französischen Luftfahrtindustrie. Sie flog mit rund 2.200 Kilometern pro Stunde und überquerte den Atlantik in weniger als dreieinhalb Stunden. Das ist weniger als die Hälfte der Flugzeit einer regulären Verkehrsmaschine. Doch es gab auch Probleme – ein Rückblick im Missing Link: Vor 50 Jahren startete die Concorde in den Liniendienst.
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Seit Ende 2025 protestieren die Menschen im Iran gegen das Regime. Es waren die größten landesweiten Proteste seit der Frau-Leben-Freiheit-Bewegung, die 2022 begann. Als die Internet- und Telefonverbindungen am 8. Januar 2026 abgeschaltet wurden, äußerten politische Beobachter und Menschenrechtsaktivisten ihre Sorge, dass das Regime nun mit massiver Gewalt die Proteste unterdrücken wird. Mittlerweile sind die schlimmsten Befürchtungen übertroffen worden. Selbst das Staatsoberhaupt Ali Chamenei spricht von Tausenden Toten, während er wie immer die USA und Israel dafür verantwortlich macht. Die Abschaltung des Internets hat zudem wirtschaftliche Folgen, denn auch im Iran stellt die Digitalwirtschaft keinen kleinen Teil des Bruttoinlandsprodukts dar: Bislang längste Internetsperre nach Protesten im Iran mit fatalen Folgen.
Auch noch wichtig:
- Lange schon denkt VW darüber nach, ein Werk seiner Marke Audi in den USA zu bauen. Doch derzeit sind die Zweifel groß. Das liegt am Mann im Weißen Haus, sagt VW: Audi-Werk in USA wegen Zöllen nicht finanzierbar.
- Das europaweite Notrufsystem für Fahrzeuge funkt jetzt in Deutschland auch im 4G- und 5G-Netz. Denn in den kommenden Jahren werden die GSM-Netze abgeschaltet: Netzbetreiber schalten Unfall-Notruf Next Generation eCall für LTE scharf.
- Die US-Einwanderungsbehörde ICE digitalisiert die Abschiebung mit Palantir, Penlink, Datenbrokern und KI: Die Architektur der Abschiebung und Palantirs Rolle im neuen ICE-System der USA.
- Fast 10 Jahre lieferte der Kleinsatellit BIROS Daten über Waldbrände und Vulkanausbrüche aus dem All. Nun endete die Mission des Berliner Feuervogels planmäßig: DLR-Satellit BIROS verglüht – das Aus für die Feuerwache im All.
- Laut einer Analyse gehen 25 Prozent der durch Kondensstreifen verursachten globalen Erwärmung im europäischen Luftverkehr aufs Konto von Nachtflügen im Winter: Warum ein paar Nachtflüge im Winter mit Kondensstreifen die Klimabilanz ruinieren.
- Einem Bericht zufolge soll Nvidia ein Rabattprogramm für Grafikkartenhersteller gestrichen haben. Vor allem die RTX 5080 könnte nun viel teurer werden: Nvidia soll UVP von Grafikkarten nur per Subvention erreicht haben.
- Buzz Aldrin war der zweite Mann auf dem Mond und ist einer von vier Ex-Mondbesuchern, die noch leben. Jetzt wird er 96 und bekommt ganz besondere Glückwünsche: NASA-Astronaut Buzz Aldrin wird 96 und Artemis-Crew gratuliert.
- Deutschland bleibt beim Umstieg auf Windows 11 im internationalen Vergleich zurück. Zehn Monate bleiben noch: Fast jeder zweite private Windows-PC noch mit Windows 10.
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- Ein NGO-Bündnis ruft nach Direct-to-Cell-Technik für Krisengebiete, um staatliche Zensur zu umgehen und Menschenrechte ohne Spezialausrüstung zu schützen. Der Anlass ist Irans Internetsperre: Zivilgesellschaft fordert Satellitenfunk direkt aufs Handy.
- Während Nikon in China die Anwälte auf Viltrox hetzt, will Fujifilm seine Fans über neue Objektive abstimmen lassen. Das sind die Fotonews der Woche 3/2026: Nikon klagt, Fuji fragt und die KI übernimmt.
(fds)