Motorola verspĂĽrt in Deutschland positive Impulse

Der Motorola-Deutschland-Chef bedauerte, dass in Deutschland Fachkräfte fehlen. Motorola habe in Deutschland Probleme, Ingenieure zu finden.

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  • dpa

Das US-amerikanische Technologieunternehmen Motorola sieht in den kommenden Jahren weitere Wachstumsmöglichkeiten an deutschen Standorten. "Ich sehe uns als deutsches Unternehmen mit amerikanischem Kapital", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Motorola Deutschland, Norbert Quinkert, in einem Gespräch mit dpa. "Wenn wir so weitermachen wie im vergangenen Jahr, haben wir hier noch jede Menge Wachstumsmöglichkeiten."

Motorola produziert und entwickelt in Deutschland an den Standorten Taunusstein (Hessen), Berlin, Flensburg und München. In Flensburg eröffnete das Unternehmen im Herbst 1998 eine Fertigungsstätte für Mobiltelefone. Hier werden mittlerweile unter anderem UMTS-Handys hergestellt und europaweit vertrieben; in Flensburg gingen allerdings im vergangenen Jahr auch 600 Arbeitsplätze verloren, als Motorola die Produktion normaler Handys nach China verlagerte und die Produktion in Flensburg auf höherwertige Geräte konzentrierte. Seit 2000 ist die weltweite Entwicklung und Produktion des Tetra-Digitalfunks von Motorola in Berlin angesiedelt. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland mehr als 3000 Menschen, weltweit sind es rund 68.000.

FĂĽr Motorola sei Deutschland ein wichtiger Produktions- und Vertriebsstandort, sagte Quinkert. "Wir sitzen in einem Markt von 82 Millionen Konsumenten im Herzen Europas." Durch die EU-Osterweiterung habe man wichtigen Handelsraum dazugewonnen. Allein im Juni habe man von Deutschland aus mehr als eine Million Handys ausgeliefert.

Quinkert bedauerte, dass in Deutschland Fachkräfte fehlen. Motorola habe in Deutschland Probleme, Ingenieure zu finden. "Wir haben in München in den letzten zwei Jahren 100 Ingenieure eingestellt. Da sind wir stolz drauf, aber es war extrem schwierig." Ingenieur zu werden sei in Deutschland lange Zeit nicht populär gewesen. Zudem fehlten Frauen in diesem Bereich. "Ich würde gerne mehr Frauen einstellen, aber es sind keine da." Das Mutterunternehmen in den USA habe es da leichter. "Es bekommt leichter Ingenieurinnen", sagte Quinkert. "Ich würde fast vermuten, dass bei den Bewerbern zwischen 30 und 40 Prozent Frauen sind."

Neuinvestitionen nach Deutschland zu holen sei für das Unternehmen relativ schwierig. Der Wettbewerb mit 60 Ländern, in denen Motorola vertreten ist, sei nicht einfach. "Neben harten Faktoren, wie Steuern, spielen weiche Faktoren eine erhebliche Rolle bei der Ansiedlung von Unternehmensteilen", sagte der Diplomkaufmann. Deshalb müsse Deutschland insbesondere um sein Image im Ausland besorgt sein. "Wir müssen mehr mit unseren Standortvorteilen hausieren gehen, wie zum Beispiel gute Infrastruktur, loyale und erstklassig ausgebildete Fachkräfte." (dpa) / (jk)