Apple bastelt an KI-Browser – Projektstatus unklar

Apples macOS-, iPadOS- und iOS-Browser Safari hat keine nennenswerten KI-Funktionen. Intern soll es laut einem Bericht aber ein Projekt geben.

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Safari-Icon auf einem iPad

Safari-Icon auf einem iPad: Mehr KI wagen bei Apple?

(Bild: Soumyabrata Roy / Shutterstock)

Lesezeit: 3 Min.

OpenAI Atlas, Perplexity Comet, Dia und diverse um entsprechende Features erweiterte Apps wie Opera: Das Thema KI-Browser liegt voll im Trend. Bislang hat sich Apple – ähnlich wie bei den Chatbots – weitgehend herausgehalten. Doch zumindest intern gab (und gibt) es solche Projekte.

Wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg schreibt, stand für den iPhone-Hersteller im Jahr 2026 eigentlich ein „vollständiger Umbau“ von Safari an. Dabei gehe es darum, den Browser „fit für die KI-Ära“ zu machen. Das Problem: Die Pläne liegen offenbar auf Eis, weil Apple derzeit an der Integration von Google Gemini als internes Sprachmodell arbeitet.

Die angedachten Funktionen waren demnach weitreichend. So soll Safari künftig die Vertrauenswürdigkeit von Dokumenten und Daten, die man im Web findet, bewerten können. Auch Querverweise auf weitere Quellen, die dann zu einer besseren Gesamtansicht führen, waren angedacht. All das erinnert an besagte KI-Browser, die es ermöglichen, über geöffnete Tabs hinweg mit Inhalten zu interagieren beziehungsweise per Chatbot-Eingabe direkte Anfragen zu stellen. All das fehlt Safari bislang vollständig, egal ob auf Mac, iPhone oder iPad.

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Laut Bloomberg sind „einige“ der Arbeiten derzeit pausiert worden, offenbar auf Anweisung von Apples Softwareboss Craig Federighi. Es sei aber noch Zeit bis zur Entwicklerkonferenz WWDC 2026 im Juni, weshalb es auch ein „Revival“ geben könnte. Das Safari-Vorhaben gehört zum sogenannten World-Knowledge-Answers-Projekt, das ursprünglich als direkter Konkurrent zu ChatGPT und Perplexity gedacht war, aber auf Apples zumindest aktuell unterlegenen Sprachmodellen basiert.

Die aktuelle Apple-Strategie setzt nun darauf, die eigenen Large Language Models (LLMs) durch Google-Gemini-Technik zu ersetzen. Das startet mit den sogenannten Apple Foundation Models 10, die auf Apples eigenen KI-Servern laufen. Hierbei soll es sich offenbar noch nicht um das aktuelle Gemini 3 Pro handeln, sondern frühere Varianten. Die Idee ist, damit Siri in iOS 26.4 endlich kontextsensitiv zu verbessern.

Richtig losgehen soll es aber erst mit iOS 27 (und macOS 27 und iPadOS 27) im Herbst. Dann soll Siri zum „echten“ Chatbot werden. Die Technik wird laut Bloomberg dann zu Google ausgelagert, wo ein für Apple aufgesetztes Gemini-3-Pro-Modell – Apple Foundation Models 11 genannt – auf den TPU-Servern in der Cloud des Internetriesen läuft. Diese sind für Gemini optimiert. Ob das auch verwendet wird, um Safari zu verbessern, bleibt unklar.

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(bsc)