Blick ins Heft c’t 04/2026: Abofalle Auto
Autohersteller protzen mit allerlei digitalen Gimmicks – und verschweigen, dass die nach kurzer Zeit kostenpflichtig werden. Wir haben da mal recherchiert.
Hallo aus Hannover,
es ist tatsächlich nicht einfach, heutzutage irgendetwas zu kaufen, das nicht in einer Abofalle endet. Vielleicht Schränke. Oder Fußbodenbeläge. Bei der Suche nach einem gebrauchten E-Auto jedenfalls kämpfte ich mich wochenlang durch die technischen Spezifikationen diverser Varianten mit und ohne Winter-, Komfort- oder Luxuspaket und traf am Ende eine rundum informierte Entscheidung. Mein Stolz darauf, wirklich jedes wichtige technische Detail durchdacht zu haben, währte bis kurz nach dem Kauf. Da musste ich feststellen, dass das Auto Over-the-Air-Updates nur erhält, sofern ich zwei persönliche Konten einrichte. Das Anlegen der zum Fahrzeugtyp passenden Accounts war komplizierter als die Steuererklärung (die dankenswerterweise eine Software ohne Account und Abo erledigt). Immerhin wird die potenzielle Abofalle auf vier Rädern seitdem kostenlos mit Updates versorgt. Und sie rollt. Noch.
Mit meinem Unmut und dem Unverständnis dieser Entwicklung gegenüber bin ich offenbar nicht allein, das Verwirrspiel hat System. Auch mein Kollege Sven Hansen dachte wohl ursprünglich, mit seinem Mégane E-Tech einfach nur ein Auto erworben zu haben – und endete im Tarife-Labyrinth von Renault. Das nahm er zum Anlass, sich zusammen mit dem ADAC mal allgemein die Connected Services von 16 Fahrzeugherstellern anzusehen. Die Ergebnisse seiner Recherche und einige Tipps für die Hilfe zur Selbsthilfe finden Sie in der aktuellen c't.
Abofalle Auto
In den ersten Jahren läuft im vernetzten Neuwagen alles wie geschmiert: Sämtliche digitalen Helferlein, die Live-Daten vom Navi und die Smartphoneanbindung sind inkludiert. Ist die Honeymoon-Phase vorbei, wird es plötzlich merkwürdig still: Infotainment-Pakete stellen nach wenigen Jahren oder gar Monaten ihren Dienst ein, das Navi erhält keine neuen Karten mehr – und die Firmware verharrt im Auslieferungszustand.
Das Traurige ist, dass sich mit der Technik ja prinzipiell ein besserer Service realisieren lässt. Beispielsweise kann VW auch aus den betagteren ID.3-Modellen eine bessere Motorleistung rausholen. Die gibt es aber nur im Bezahl-Abo. Für den Erhalt aller Funktionen zahlt man üblicherweise zwischen 5 und 20 Euro, mitunter werden zu 40 Euro im Monat fällig. Welche Folgekosten beim Kauf eines Neuwagens langfristig entstehen, ist kaum herauszufinden. Wir haben bei 16 Herstellern nachgefragt sowie selbst in den Online-Angeboten recherchiert und die wichtigsten Erkenntnisse rund um die rollenden Kostenfallen zusammengetragen.
Außerdem zeigen wir, wie Sie Android Auto und Apple CarPlay mithilfe von Nachrüstboxen auch auf die Displays älterer Autos bringen. Und wie Sie Android-Automotive-Systeme selbst mit neuen Funktionen pimpen können, wenn diese keine Updates mehr bekommen.
- Connected Services: Folgekosten im Dunkeln
- Herstellerumfrage: Dienste und Kosten enträtselt
- NachrĂĽstboxen fĂĽr Android Auto und Apple CarPlayÂ
- Android Automotive mit Apps aufbohren
(Bild:Â Martina Bruns / KI / heise medien)
Auch das noch!
Die schlechte Nachricht: KI macht dumm. Die gute: Jeder hat es selbst in der Hand beziehungsweise im Prompt, ob dies geschieht. Denn Studien zeigen zwar, dass Menschen unweigerlich Fähigkeiten einbüßen, wenn sie anstrengende Denkprozesse an ChatGPT & Co. auslagern. Vor allem die hinter solchen Chatbots steckenden großen Sprachmodelle laden förmlich zum Delegieren ein, im Stile von "Schreibe mir einen Text über ...".
Doch neuere Studien zeichnen ein differenzierteres Bild. Demzufolge kann KI sogar das Nachdenken anregen und wichtige Impulse geben – wenn man ihr die richtigen Anweisungen gibt und kluge Fragen stellt. Dann würden die Hilfsmittel kritisches Reflektieren sogar signifikant stärken, anstatt es zu schwächen.
Mein Kollege Arne Grävemeyer hat mit dem KI-Forscher Michael Gerlich gesprochen – und ihm wertvolle Tipps entlockt, wie Einzelne und auch Firmen vermeiden, sich von kurzfristigen Effizienzversprechen zur Bequemlichkeit verführen zu lassen.
(Bild:Â Jacuqes Tilly / Ricarda Hinz)
Meine persönlichen Highlights
Suchen Sie einen Drucker fĂĽr Ihren heimischen Computerarbeitsplatz und die Familie? Wer vorab ĂĽber das Druckaufkommen nachdenkt und ob es eher Text oder auch Fotos sein sollen, erspart sich Kosten und Frust ĂĽber einen Fehlkauf. Wir helfen mit Hintergrundwissen und geben Tipps zur Druckerwahl.
Roboterassistierte Chirurgie, unkomprimierte 3D-Videosignale und eine IT-Infrastruktur mit null Latenz: In der Hamburger Martini-Klinik zeigt sich, wie tief Digitalisierung heute in den OP eingreift.
Mehr Speicherplatz und schnellere Datentransfers: Terramasters Netzwerkspeicher F4-425 Plus kombiniert bis zu vier Platten, um 500 MByte/s ĂĽber seine schnellen Ethernet-Ports ins LAN zu schicken. Wir haben dem Speichertier die Sporen gegeben.
Der Bass Ihrer Anlage dröhnt oder bricht manchmal weg? Mit unseren Testsignalen stimmen Sie Lautsprecher und Subwoofer richtig ab und gleichen Raummoden aus.
Intels neuer Hoffnungsträger Core Ultra 300 alias Panther Lake steckt im Doppelbildschirm-Notebook Asus ZenBook Duo. Wir stellen es auf den c’t-Prüfstand.
Collabora hat eine weitere Alternative zu lokal installierten Office-Paketen wie dem von Microsoft veröffentlicht. Anders als das bekannte Collabora Online benötigt Collabora Office weder Server noch Cloudspeicher. Im Kern handelt es sich um ein funktionsreduziertes LibreOffice mit einer schlankeren und moderneren Oberfläche.
Die Filmplattform Letterboxd liefert Orientierung am digitalen Filmbuffet – und das ganz ohne Algorithmusbias. Das könnte sich bald ändern, denn das Netzwerk verwertet bereits die Daten seiner Nutzer.
Seit dem 8. Januar sind im Iran nicht nur Mobilfunk- und Festnetze gestört, sondern auch das Satellitennetz Starlink. Wir erklären, weshalb das für Regierungen vergleichsweise einfach ist und welche Gegenmaßnahmen es gibt.
Dank neuer Technik sind E-Ink-Bildschirme bunter als je zuvor und prädestiniert für digitale Bilderrahmen. Wir haben drei Vertretern auf die Pixel geschaut.
(Bild:Â Andreas Wodrich / heise medien)
Aus der Redaktion
Der Knoten ist geplatzt, resümiert mein Kollege André Kramer nach seinem Besuch auf der CES 2026 in Las Vegas. Dort bewegten sich humanoide Roboter wie selbstverständlich zwischen dem Publikum. Sie laufen sicher, reagieren auf ihre Umgebung, interagieren mit Menschen und sind lernfähig.
Während es früher gerade mal einzelne Exemplare auf der Bühne zu sehen gab, die mühsam ein paar Schritte zustande brachten, gab es diesmal die komplette Bandbreite: vom spezialisierten Industrieroboter, der nur aus Kopf und Armen besteht und unermüdlich Wäsche faltet, bis hin zum 1,69 Meter großen Humanoiden für den Service-Bereich. Ihre Fähigkeiten eignen sich die Roboter anhand von Beispielen und während umfangreicher Trainings in virtuellen Umgebungen an.
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