Möglicher neuer Heimroboter: Amazon übernimmt Entwicklerfirma von Sprout
Der humanoide Roboter Sprout scheint für Amazon interessant zu sein. Der Konzern kauft das dazugehörige Entwicklerunternehmen Fauna Robotics.
Roboter Sprout ist als Forschungs- und Entwicklungsplattform gemacht worden. Amazon scheint etwas Eigenes daraus machen zu wollen.
(Bild: Fauna Robotics)
Amazon übernimmt das Robotik-Start-up Fauna Robotics für eine derzeit unbekannte Summe. Das berichtet Bloomberg am Dienstag. Fauna hatte erst Ende Januar 2026 einen kleinen humanoiden Roboter mit Namen Sprout auf den Markt gebracht, der zu Forschungs- und Entwicklungszwecken eingesetzt werden kann. Amazon will ihn nun vermutlich als Plattform zur Entwicklung eines persönlichen Roboters fürs Heim einsetzen.
Was die Übernahme von Fauna Robotics durch Amazon kostet, verraten beide Unternehmen derzeit nicht. Das Robotikunternehmen werde aber in die Personal Robotics Group von Amazon integriert. Fauna wird so zu einem Amazon-Unternehmen. Die derzeit 50 Mitarbeiter von Fauna werden übernommen. Das schließt die beiden Gründer Rob Cochran und Josh Merel ein. Sie sollen künftig unter der Regie von Amazon arbeiten.
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Sprout ist ein kleiner humanoider Roboter mit 29 Freiheitsgraden. Er ist 107 cm groß und wiegt 22,7 kg. Fauna hat den Körper mit einem gummiartigen Material überzogen, um bei einem möglichen Kontakt mit Menschen keine Verletzungen zu verursachen. Ausgelegt ist der Roboter als Plattform für Forschungszwecke an Universitäten und Schulen und für die Entwicklung.
Neuer Heimroboter?
Konkrete Hinweise darauf, was Amazon mit Fauna vorhat, gibt der Online-Händler nicht. Von Amazon heißt es lediglich, dass das Unternehmen von der Entwicklergemeinschaft, die den humanoiden Sprout nutzt, lernen wolle. Das lässt Raum für Spekulationen. So könnte Amazon Sprout die gewonnenen Erkenntnisse etwa zur Entwicklung eines eigenen kleinen humanoiden Haushaltsroboters oder eines persönlichen Heimroboters nutzen. Denkbar ist auch, dass Sprout direkt in ein Produkt für jedermann umgebaut werden soll, das nicht nur von Entwicklern und Forschern genutzt werden kann.
Amazon hatte bereits vormals mit Astro einen rollenden Roboter für private Haushalte entwickelt und versucht, ihn als Heimroboter zu etablieren. Als das misslang, weil sinnvolle Anwendungszwecke fehlten, brachte Amazon ihn als mobilen Überwachungsroboter für Unternehmen, als Astro for Business, auf den US-Markt. Aber auch hier stieß das Konzept mit zusätzlichen kostenpflichtigen Abos auf wenig Gegenliebe, sodass der Roboter im Juli 2024 eingestellt wurde.
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Amazon scheint nun mit dem Kauf von Fauna Robotics einen weiteren Anlauf für einen Heimroboter starten zu wollen. Amazon ist allerdings immer mal wieder auf Einkaufstour, um sich Robotik-Start-ups einzuverleiben. Erst kürzlich hatte der Konzern das Robotikunternehmen RIVR erworben. Das Start-up entwickelt vierbeinige Roboter, die sich auch auf Rollen fortbewegen, damit sie in Kombination Hindernisse schneller überwinden können. Der Roboter ist mit einem Transportfach ausgestattet und so konzipiert, dass er Pakete über eine sich öffnende Klappe ausliefern kann.
(olb)