Zynga plant kürzere Spiele
Der Social-Gaming-Anbieter will Daddelmuffel anlocken, indem einzelne Runden in fünf bis zehn Minuten abgeschlossen sind.
Firmen, die online etwas verkaufen, können von Zynga, dem schnell wachsenden Social-Gaming-Pionier aus San Francisco, einiges lernen: Mit Titeln wie Farmville, Frontierville oder Mafia Wars schuf er echte Märkte für virtuelle Waren. Die Casual-Spiele sind leicht zu erlernen, fesseln die Nutzer aber so sehr, dass sie viele Stunden mit ihnen verbringen.
Zynga warb insgesamt 300 Millionen US-Dollar an Investitionsmitteln von Google und Softbank ein, mittlerweile erwarten Analysten einen Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Dollar. Das meiste davon kommt von Spielern, die für virtuelle Produkte zahlen, mit denen sie ihr Spielerlebnis aufmöbeln können – vom rosa Traktor in "Farmville" bis zum virtuellen Kampfhubschrauber in einem Action-Spiel.
Im Interview mit Technology Review gab Zynga-Gründer Mark Pincus nun einige Einblicke in die Strategie des Unternehmens. Demnach will das Start-up künftig die Spielzeit deutlich reduzieren. Lange Game-Sessions gefielen ihm gar nicht, so Pincus. "Wenn wir Spielverweigerer nach ihrer Motivation fragen, heißt es ständig, sie hätten ein Zeitproblem. Ich will das lösen, indem wir Spiele schaffen, bei denen man eine Sitzung in fünf bis zehn Minuten abschließt."
Außerdem plant Zynga, Social Games zu Kommunikationsmitteln auszubauen. "Mittlerweile werden pro Tag rund 200 Millionen virtuelle Geschenke zwischen unseren Spielern ausgetauscht. Social Gaming ist damit zu einer Art neuem Instant Messaging geworden, das den Leuten Spaß macht." Künftig sei außerdem mit einer weiteren Verbreitung der Zynga-Spiele zu rechnen. Facebook, die aktuelle Hauptplattform, ist da nur der Anfang.
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(bsc)