Rechnen mit Gefühlen

Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie, forscht an der Uni Duisburg-Essen zu nonverbalem Verhalten von virtuellen Agenten. In einem Interview sprach sie nun unter anderem über die Messbarkeit von Gefühlen.

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Seit rund 15 Jahren versuchen Wissenschaftler weltweit im Rahmen des "Affective Computing" so unscharfe Dinge wie menschliche Gefühle zum Gegenstand der Informatik zu machen. Nicole Krämer, Professorin für Sozialpsychologie an der Universität Duisburg-Essen, beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit virtuellen Agenten – und wie man ihnen nonverbales Verhalten beibringen kann. In einem Interview mit Technology Review sprach sie nun über die Messbarkeit von Gefühlen und die schwierige Gratwanderung zwischen wissenschaftlicher Genauigkeit und brauchbaren Anwendungen.

Dabei werde das Konzept vor allem in der Robotik angewandt. "Es besagt im Wesentlichen, dass jeder Mensch in der Lage ist, die Gedanken und Gefühle eines anderen Menschen in begrenztem Umfang nachzuvollziehen." Diese Fähigkeit habe ein Agent allerdings nicht, weil er keinen Schimmer davon hat, was in dem Menschen, mit dem er da redet, eigentlich vorgeht. "Er kann also beispielsweise nicht einschätzen, dass ein Mensch es komisch findet, auf eine gestellte Frage nicht sofort eine Antwort zu bekommen."

Dies lasse sich über Affective Computing möglicherweise implementieren. Wirkliche Emotionen müsse ein Roboter aber nicht haben. "Es reicht ja, dass der Roboter versteht, was der Mensch will, um eine gut funktionierende Anwendung zu haben." Technology Review beschäftigt sich auch in seiner aktuellen Print-Ausgabe 11/10 (am Kiosk oder portokostenfrei online bestellbar) mit dem Thema Computer und Emotionen, und zwar unter dem Titel "Maschinen, die Gefühle zeigen".

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(bsc)