MAX: Adobe gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen

Neue Version der Adobe Integrated Runtime und der LiveCycle Enterprise Suite sowie Vorschauversion für künftige Releases von Flash Builder und Flex dokumentieren Adobes Interesse, am Markt der Entwicklung mobiler Anwendungen ein gewichtiges Wort mitzureden.

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Von
  • Alexander Neumann

Der Softwarehersteller Adobe nutzt die dieser Tage stattfindende Entwicklerkonferenz Adobe MAX, um einen Einblick in aktuelle Entwicklungen seiner Produkte zu gewähren. Vorab hat der Konzern bereits neue Versionen der Adobe Integrated Runtime (AIR) und der Adobe LiveCycle Enterprise Suite vorgestellt. AIR 2.5 unterstützt unterschiedliche Anwendungen etwa im Web, auf Desktops (Windows, Linux, Mac), auf mobilen Geräten und neuerdings auch TV-Set-Top-Boxen. Eine für die eine Oberfläche entwickelte Applikation soll leicht mit AIR als Basis auch auf anderen Systemen laufen.

Die neue Version läuft mittlerweile auf Smartphones und Tablets auf Basis der Betriebssysteme Android, iOS und BlackBerry Tablet OS. Wenn auch Apples Betriebssystem nicht offiziell Adobes Flash unterstützt, können Entwickler eine Flash-Anwendung über ein spezielles Werkzeug in eine native, auf iOS laufende App kompilieren. Samsung soll darüber hinaus der erste Fernsehgerätehersteller sein, der AIR in seine SmartTV-Produktlinie integriert. Andere Hersteller wie Acer, HTC, Motorola und Research In Motion (RIM) wollen bei ihren Produkten noch dieses oder im nächsten Jahr folgen.

Unter den Neuerungen für AIR 2.5 finden sich die Unterstützung für Beschleunigungssensoren, Kamera-, Video- und Mikrofon-Funktionen sowie von Multitouch und Gesten. Über Geolokalisierungsservices können Entwickler standortbezogene Dienste und Anwendungen entwerfen. AIR 2.5 ist zudem in der Lage, native Browser-Bedienelemente innerhalb einer Applikation anzuzeigen und erlaubt die Integration von HTML- und SWF-Inhalten. Durch die SQLite-Unterstützung lassen sich Datenbanken innerhalb eines AIR-Programms speichern und cachen.

Die Version 2.5 der LiveCycle Enterprise Suite, Adobes Framework für Business-Anwendungen, setzt den Schwerpunkt ebenfalls auf die Integration mobiler Techniken. LiveCycle Mobile ES 2, ein neuer Bestandteil der Suite, soll das Prozessmanagement, die Datenerfassung und weitere Services von mobilen Geräten aus ermöglichen. Unterstützt werden mobile Apps auf Android-, Windows-Mobile-, BlackBerry- und iPhone-Geräten.

Neu ist das Konzept sogenannter Solution Accelerators, die dafür sorgen sollen, die Entwicklungszeit für Applikationen zu reduzieren und Projektrisiken zu verringern. Dafür gibt es Best-Practice-Methoden, Templates und Bausteine zur Erweiterung der Suite. Adobe hat drei Solution Accelerators im Portfolio: Der "Correspondence Management Solution Accelerator" soll sich für das dynamische Erstellen personalisierter Korrespondenz auf Basis freigegebener Layouts und Inhalte eignen. Über den "Interactive Statements Solution Accelerator" sind personalisierte Rich Internet Applications (RIA) in PDF-Dokumente einzubinden. Der "Managed Review & Approval Solution Accelerator" dient der Beteiligung verschiedener Gruppen an Abstimmungsprozessen.

Zukünftige Versionen von LiveCycle sollen dynamische Web-Content-Management-Funktionen, Mess-, Analyse- und Visualisierungswerkzeuge enthalten. Die resultieren teilweise aus der Übernahme von Day Software im Juli 2010. LifeCyle-Installationen starten etwa ab 50.000 US-Dollar.

Zusätzlich hat Adobe auf der Konferenz einen Ausblick auf zukünftige Versionen der Entwicklungsumgebung Flash Builder (Codename Burrito), des Flex-Anwendungsframeworks und des Design-Werkzeugs Flash Catalyst gegeben. Der Flash Builder (früher Flex Builder) soll beispielsweise Entwicklern künftig ermöglichen, Applikationen auf Basis bekannter Sprachen, Komponenten und Werkzeuge zu entwerfen, auch hier mit dem Fokus auf Anwendungen für unterschiedliche Oberflächen. Zu den neuen Funktionen der Programmierumgebung zählen des Weiteren das Erstellen von Flex-Applikationen für mobile Geräte, On-Device Debugging, Werkzeuge für eine schnellere Entwicklung sowie die Unterstützung für neue Spark-Elemente in Flex. Das Update für das Anwendungsframework soll Entwicklern eine gemeinsame Umgebung für die Gestaltung von Web-, Desktop- und mobilen Applikationen bieten.

Mit Adobe InMarket hat der Konzern einen neuen Dienst vorgestellt, mit dem Entwickler ihre Applikationen einfach über unterschiedliche App Stores verkaufen können sollen. InMarket läuft im Hintergrund und erlaubt es Kunden, Anwendungen direkt aus ihrem Store herunterzuladen. (ane)