Blick ins Heft c’t 08/2026: PC-Schnäppchen und gute Gebrauchte

Neue PCs werden immer teurer. Günstig einkaufen kann man auf dem Gebrauchtmarkt. Wir geben Tipps rund um Mindestausstattung, Windows-Lizenzen und Händlerwahl.

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Inhaltsverzeichnis

Hallo aus Hannover,

die RAM-Preise haben sich vervierfacht, SSDs und Grafikkarten ziehen nach – und ausgerechnet jetzt brauchen Sie einen neuen Rechner. Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen zum Neugerät, die weder Ihr Konto sprengen noch die Umwelt unnötig belasten. Die schlechte: Zwischen echtem Schnäppchen und teurem Reinfall liegen manchmal nur ein fehlendes TPM-Modul und ein kreativ lizenziertes Windows.

In der aktuellen c't haben sich meine Kollegen rund um Christian Hirsch deshalb das Thema Gebraucht- und Schnäppchen-PCs vorgenommen: Sie geben Tipps zum sicheren Einkauf sowie zur forensischen Windows-Lizenzanalyse und sezieren, was beim China-Direktimport so alles schiefgehen kann. Außerdem haben wir selbst drei Gebraucht-PCs erworben und im Labor untersucht, was man fürs Geld wirklich bekommt.

Bevor Sie auf das erstbeste 199-Euro-Angebot klicken, lohnt ein Blick auf ein paar wesentliche technische Details. Denn die können darüber entscheiden, wie lange die Freude am neuen Gebraucht-PC währt. Christian Hirsch erklärt, welche Prozessoren Windows-11-tauglich sind, warum 16 GByte RAM heute Pflicht sind und weshalb ein Rechner mit Festplatte statt SSD besser im Regal bleibt. Mindestens genauso wichtig wie die Technik ist ein seriöser Händler. In puncto Support, Gewährleistung und Legalität der Windows-Installation sind Sie bei renommierten Refurbishern auf der sicheren Seite. Auf den großen Handelsplattformen wie Amazon, Kaufland oder Kleinanzeigen mahnen die Kollegen zur Vorsicht, denn dort mischen sich unter die seriösen auch jede Menge halbseidene Anbieter.

Was bekommt man nun konkret für um die 350 Euro? Wir haben einen Apple Mac mini (2018), einen Fujitsu Esprimo P758 E85+ und einen HP ProDesk 400 G7 MT bei etablierten Refurbishern gekauft und durchs Labor geschickt. Die Ergebnisse sind erfreulich differenziert: Der Fujitsu überrascht mit üppigem Arbeits- und SSD-Speicher, der HP bringt die stärkste CPU mit und der Mac mini punktet mit vier Thunderbolt-3-Ports und Flüsterbetrieb – hat aber ein Ablaufdatum beim macOS-Support. Auch Linux wurde auf allen drei Rechnern getestet, mit teilweise verblüffenden Ergebnissen bei der Leistungsaufnahme. Wer wissen will, ob ein Bürorechner aus zweiter Hand den Alltag meistert, findet hier die Antworten.

Ein vorinstalliertes Windows auf dem Schnäppchen-PC klingt gut. Aber ist die Lizenz auch gültig? Axel Vahldiek gibt Interpretationshilfen für bewusst schwammige Formulierungen in Produktanzeigen. Er erklärt, woran Sie Volume-Lizenzen erkennen (die Ihnen ein Händler nicht verkaufen darf), was die BBBBB-Schlüsselkolonnen im c't-KeyFinder bedeuten und warum Sie von einer erfolgreichen Aktivierung nicht auf die Rechtmäßigkeit Ihrer Lizenz schließen können.

Chinesische Direktanbieter wie GMKtec oder Minisforum locken mit niedrigen Preisen und aktueller Hardware. Christof Windeck navigiert Sie durch die kleineren und größeren Untiefen: Was passiert, wenn der Zoll das Paket abfängt? Wer haftet bei Defekten? Oft verschleiern Händler auch mehr oder weniger geschickt, dass sie in China sitzen anstatt in der EU beziehungsweise Europa, etwa indem sie ein "UK" im Firmennamen unterbringen oder den Versand über hiesige Lager abwickeln. Besonders kritisch: Ein im c't-Labor getesteter China-PC kam ohne gültige Windows-Lizenz, ohne TPM 2.0 – dafür aber mit einem Trojaner an Bord.

(Bild: Andreas Wodrich / heise medien)

In der analogen Welt ist Glücksspiel ein hochreguliertes Business. Zutritt zu Spielhallen, Casinos oder Kneipen, in denen Automaten stehen, haben nur Erwachsene. Doch in der Onlinewelt begannen die Grenzen unbemerkt zu verschwimmen. Vermeintlich harmlose Computerspiele mutierten zum Glücksspiel, weil deren Hersteller Lootboxen und andere suchtfördernde Elemente einbauten: allen voran das bei Kindern beliebte Fußball-Game FIFA.

Und die Spirale dreht sich immer weiter und schneller. Egal ob es um Spielen, Shopping oder (Social) Media geht: Mittlerweile setzen die dahinter stehenden Plattformen alles daran, ihre Kundschaft 24/7 an sich zu binden und in einem ständigen Sog aus Verheißungen und Belohnungen – oder drohenden Verlusten – gefangen zu halten. Social-Media-Plattformen wie Facebook, YouTube und Instagram stehen seit jeher im Verdacht, suchtfördernde Algorithmen und Mechanismen einzusetzen. Ihren Meister fanden sie im chinesischen Kurzvideodienst TikTok mit seiner perfekt abgestimmten Maschinerie aus Aufmerksamkeitsmessung, Echtzeit-Empfehlungsalgorithmus und einem App-Design, das der Funktionsweise des einarmigen Banditen recht nahe kommt.

Wissenschaftler, Jugendschützer und Mediziner schlagen Alarm, denn es mehren sich Hinweise, dass die Hersteller mit solchen Mechanismen gezielt eine vulnerable Phase während der Adoleszenz ausnutzen. Jugendliche und junge Erwachsene können sich dem Sog besonders schwer entziehen, aber auch Ältere verlieren sich zu oft und zu lange zwischen Nachrichten, Likes und Berieselung.

Doch wie misst man das Suchtpotenzial von TikTok, Instagram oder YouTube? Welche technischen Tricks stecken in den Apps, die eine sorgenfreie Parallelwelt vorgaukeln? Und wie reagiert man als Gesellschaft auf die vielfältigen Gefahren, die sich daraus ergeben? Meine Kollegen Holger Bleich, Jo Bager, Steffen Herget, Christian Wölbert und ich geben einen Überblick über die Studien- und Gesetzeslage, tauchen ein in die Technik zwischen Dark Patterns und Empfehlungsalgorithmen und beleuchten Gegenmaßnahmen, die sich zwischen harten Verboten wie in Australien und Österreich sowie langwierigen juristischen Verfahren gemäß EU-Recht bewegen. Außerdem geben wir Erste-Hilfe-Tipps, mit denen Sie selbst die Kontrolle zurückgewinnen können.

(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)

Aus der Not heraus geboren wuchs Twitter zum Zentrum des weltweiten öffentlichen Diskurses. Heute heißt die Plattform X, gehört Elon Musk – und ist kaum wiederzuerkennen.

Zwischen RoboCup, Förderprogrammen und Fabriktests zeigt sich: Der Schritt von der Demo zum Normalbetrieb ist größer, als Ankündigungen suggerieren.

Das MacBook Neo hat einen Smartphone-Prozessor, fährt aber trotzdem Kreise um Mittelklassenotebooks mit Windows und x86-CPUs. Deren Hersteller verziehen nicht nur wegen des optional zitronengelben Gehäuses das Gesicht.

WLAN im ganzen Garten ist nun auch für Fritzbox-Fans kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Der Outdoor-Repeater 1610 verlängert das Fritz-Mesh ins Freie. Wir haben ihn probegefahren.

Quantencomputer sollen eines Tages vieles leisten: Netzwerke optimieren, neue Materialien erforschen, Moleküle simulieren. KI schafft einiges davon schon heute – und zwar so überzeugend, dass sich die Frage stellt, ob wir den Quantencomputer überhaupt noch brauchen.

Technische Experten glauben an das Konzept: In Vakuumröhren können Magnetschwebezüge mit Rekordgeschwindigkeiten reisen und dabei noch Energie sparen. Hamburg plant eine Teststrecke.

Suchmaschinen sind auch in Zeiten von ChatGPT unverzichtbar. Chatbots wären ohne sie blind und dumm. Allerdings gibt es unter den Suchdiensten eine ungesunde Machtkonzentration. Ein Überblick.

Wir erklären, warum eine harmlose Primzahl als illegal galt, was Filme auf DVDs, Gerichtsurteile, Festnahmen, Raubkopierer damit zu tun haben, und zeigen, wie man selbst solche Primzahlen erstellt.

Wer seine Notizen lieber lokal speichern möchte statt nur in der Cloud, ist mit Obsidian besser dran als mit Notion. Wir haben den Umzug von Notion zu Obsidian ausprobiert.

(Bild: Ulrike Weis / KI / heise medien)

Was wäre das moderne Leben ohne Formeln und Algorithmen? Sogar das Datum des Osterfests hängt entscheidend von einem Algorithmus ab. Es ist nicht festgelegt wie Weihnachten oder Allerheiligen, einfach nur ausgewürfelt wird es allerdings auch nicht. Ganz selten fällt der Ostersonntag schon auf den 22. März, allerspätestens auf den 25. April.

Das liegt daran, dass dem Datum eine astronomische Regel zugrunde liegt: Gemäß dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 nach Christus ist Ostern am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling zu feiern. Weil sich beide Zeitpunkte – Vollmond und Frühlingsbeginn – damals noch nicht exakt berechnen ließen, stützt sich die christliche Osterrechnung auf vereinfachte Annahmen: Der Frühling beginnt immer am 21. März, und das Vollmonddatum wird mithilfe eines gemittelten Monds gemäß dem Meton-Zyklus errechnet. Demzufolge fallen die Mondphasen alle 19 Jahre auf das gleiche Datum.

Trotz der Vereinfachungen zog die in wenigen Worten formulierte Regel recht umständliches Hantieren mit mehreren Tabellen nach sich – bis zum Jahr 1800, als der Mathematiker Carl Friedrich Gauß die christliche Gemeinde erlöste. Dank der Gaußschen Osterformel genügen nun neun einfache Schritte, um das Datum für ein beliebiges Jahr zu berechnen.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

(Bild: astroverein.at)

(atr)