XXL und mobile: CE-Verbundgruppe Euronics setzt auf Größe und Mobility
Auf Expansion getrimmt, gibt die CE-Verbundgruppe Euronics kräftig Gas. Vor allem beim Fachmarkt-Konzept "Euronics XXL" und der Telekommunikations-Initiative "Euronics mobile" mit erstem Standort in Delbrück. Die Märkte wiederum betrachtet die Gruppe als ihren derzeit größten Wachstumsfaktor.
Größter Wachstumsfaktor für Euronics: XXL-Märkte wie in Einbeck
(Bild: Euronics)
Das Ziel hat Euronics-Vorstandssprecher Benedict Kober nicht aus den Augen gelassen: Möglichst schnell die Fachmärkte der Verbundgruppe auf die Marke Euronics XXL umzustellen. Das bedeutet vor allem Flächenzuwachs, entsprechende Ladengestaltung und Außenwerbung sowie Restrukturierung der Sortimente. Derzeit präsentieren sich bereits 75 der Fachmärkte im XXL Format, zuletzt mit Neueröffnungen im niedersächsischen Westerstede und thüringischen Mühlhausen. Spätestens zum Frühsommer 2011 soll der 100. Euronics XXL-Markt eröffnet werden.
Die Fachmärkte sind für Euronics von besonderer Bedeutung. Denn damit kann ein noch längst nicht ausgeschöpftes Kundenpotenzial gebunden werden, das überwiegend bei Großflächenanbietern einkauft. Abschöpfen möchten die CE-Verbundgruppen, neben Euronics auch ElectronicPartner und Expert, vor allem bei den Metro-Tochterunternehmen Media Markt und Saturn, die in Deutschland mehr als 375 Fachmärkte betreiben. Mit deren Flächenangebot kann Euronics zwar nicht mithalten, dafür aber, wie Kober immer wieder betont, mit mehr Kompetenz und Service punkten. Gleichwohl genügen der Gruppe allein die Fachmärkte – bis Ende dieses Jahres will der Verbund 132 Standorte erreichen – zur weiteren Positionierung nicht. Deshalb wurde 2009 das XXL-Konzept auserkoren. Also mehr Fläche, mindestens 900 Quadratmeter, und ein größeres Angebot bei den IT-, TK- und CE-Sortimenten.
"Die Zusammenarbeit von Zentrale, Mitgliedern und Ladenbauern funktioniert hervorragend, alle sind vom Konzept überzeugt und ziehen an einem Strang", ist sich Jan van Baßhuysen, verantwortlicher Projektleiter und Leiter Betriebstypenmanagement Euronics Fachmärkte, sicher. Innerhalb von 24 Monaten will er "etwa 135.000 Quadratmeter Fachmarkt-Verkaufsfläche auf den neuen Look umstellen". Damit werde "Euronics XXL zum derzeit größten Wachstumsfaktor" der Verbundgruppe.
Erster "Euronics mobile"-Standort am Start
Erster "Euronics mobile" in Delbrück: Komplettes ITK-Sortiment neben den klassischen TK-Produkten
(Bild: Euronics)
Zum diesjährigen Euronics Kongress im März gab Vorstandssprecher Kober die Devise aus: "Gas geben im TK-Markt." Damit war dann auch der Startschuss für das Telekommunikations-Konzept "Euronics mobile" erfolgt. Vor allem die 147 TK-Spezialisten unter den Verbundgruppen-Mitgliedern sollen sich davon angesprochen fühlen. Schließlich wolle man den Fachhändlern "neuartige Vermarktungsmöglichkeiten" im hart umkämpften Telekommunikationsmarkt anbieten. "Unser Ziel ist der nachhaltige Aufbau von 'Euronics mobile'. Wir möchten unsere Mitglieder bei der Entwicklung und Etablierung des Konzepts maßgeschneidert unterstützen. Jeder TK-Händler soll schnellstmöglich in der Lage sein, beim Endverbraucher mit starken Service- und Beratungsleistungen zu punkten", erläutert Patrick Schwarzhaupt, Leiter spezialisierter Fachhandel und media&home.
Vorstandssprecher Kober rechnet mittelfristig mit 100 bis 130 Händlern, die unter der Marke aktiv werden könnten. Zumal das Konzept auch für Händler geeignet sei, die nicht der Gruppe angehörten. Auf jeden Fall biete "Euronics mobile" vielfältige neue Vermarktungsmöglichkeiten. Dazu zählen vor allem die Produkte der Partner T-Mobile und Vodafone sowie vertragsfreie Endgeräte und Festnetzlösungen – und für Ladengeschäfte in Top-Lagen auch "die Apple-Welt". Zusätzlich könnten alle bei Euronics gelisteten Note- und Netbooks, aber auch Produkte wie Router, Datenspeicher, Speicherkarten, Peripherie und Zubehör ins Angebot aufgenommen werden.
Euronics in Delbrück macht den Vorreiter
Für die Händler bündelt die Verbundgruppe unter dem Begriff "Euronics mobile" Produkte und Angebote am Point of Sale mit einem neuen modular aufgebauten Beilagenkonzept. Außerdem sind die teilnehmenden Betriebe von außen durch den Zusatz "mobile" neben dem Euronics-Logo erkennbar. Ein modulares Ladenkonzept ergänzt den Außenauftritt. "Mit der indiviualisierbaren Telekommunikationsbeilage erhalten unsere Fachhändler und Spezialisten die Gelegenheit, sich individuell mit lokalen Angeboten als Problemlöser im Tarif- und Angebotsdschungel der unterschiedlichsten TK- und Konvergenzprodukte zu positionieren", erklärt Euronics-Chef Kober. Zudem profitiere "Euronics mobile" durch Dachmarkenkampagnen und dem umfassenden Warensortiment der Gruppe.
Franz-Josef Wiedenstridt gehört mit seiner 100 Quadratmeter großen Verkaufsfläche in Delbrück "zur ersten Komplettumsetzung des Konzepts", wie Schwarzhaupt formuliert. Neben der richtigen Standortwahl, also Innenstadlage, nutzte der Händler das Ladenbaukonzept der Gruppe, um Netzbetreiber-Ladenbau – Wiedenstridt vertreibt Vodafon, T-Mobile und O2 – und Konvergenz-Sortimente unter der Dachmarke des Verbundes präsentieren zu können. Damit könne er neben dem klassischen TK-Sortiment wie Mobilfunk, Festnetz, DSL und Daten, auch Produkte rund um Apple, Navigationsgeräte, Notebooks und Digitalfotografie anbieten. (map)