Tipp: Dateien zählen in macOS
Wie viele Files sind eigentlich auf meiner Mac-SSD? Mit diesem Trick kommen Sie auf die genaue Anzahl.
Ich möchte gerne wissen, wie viele Dateien sich in einem Ordner samt allen Unterordnern befinden. Wie bekomme ich das heraus?
Einen schnellen Überblick verschaffen Sie sich, indem Sie den Hauptordner auswählen und „Ablage > Informationen“ ausführen oder Command + I drücken.
In dem Infofenster steht bei „Größe“ neben der beanspruchten Datenmenge auch die Anzahl der Objekte. Allerdings zählt der Finder dabei auch alle Ordner mit.
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Möchten Sie nur die enthaltenen Dokumente zählen, rufen Sie mit Command + F zunächst die Spotlight-Suche auf.
Unterhalb der Symbolleiste bestimmen Sie bei „Durchsuchen“, ob der ganze Mac oder nur der zuvor sichtbare Ordner Gegenstand der Suche sein soll. Klicken Sie hier auf Ihren Ordner.
In der nächsten Zeile des noch leeren Finder-Fensters finden Sie das Suchkriterium „Art“ voreingestellt. Stellen Sie dieses zunächst von „Beliebig“ auf „Ordner“ um.
Die Ansicht fĂĽllt sich ausschlieĂźlich mit allen Unterordnern. Diese Suche mĂĽssen Sie nun umkehren, sodass Spotlight alles findet, was kein Ordner ist.
Halten Sie die Option-Taste gedrückt, damit sich das Plussymbol ganz rechts in der Zeile „Art“ in drei Punkte verwandelt. Durch Anklicken fügen Sie eine Regelgruppe hinzu. Diese bestimmt wahlweise, ob „Eine“, „Alle“ oder „Keine“ der enthaltenen Unterkriterien zutreffen müssen.
Wählen Sie hier „Keine“ aus und ziehen die Zeile „Art“ durch Anfassen eines leeren Bereichs in die Gruppe über die des Kriteriums „Inhalt“. Dieses ist standardmäßig in einer Regelgruppe enthalten und stört nicht weiter.
Nach kurzer Bedenkzeit listet der Finder alle nicht versteckten Dateien auf. Aktivieren Sie schließlich über „Darstellung > Statusleiste einblenden“ die Fußleiste des Finderfensters. Diese zeigt Ihnen jetzt, wie viele Objekte gerade sichtbar sind. Sie ist auch ansonsten sehr praktisch, um die Zahl der Objekte in einem Ordnerfenster zu zählen – ohne die Unterordner mitzuberücksichtigen.
Sie können diese Spotlight-Suche auch über das Terminal durchführen:
mdfind -count "NOT art:Ordner" -onlyin /Pfad/zum/Ordner
Der Befehl gibt aufgrund des Parameters „-count“ direkt die Anzahl der Fundstücke im Ordner „/Pfad/zum/Ordner“ aus. Ersetzen Sie den Pfad durch Ihren gewünschten Ordner. Sollte er Leerzeichen enthalten, setzen Sie alles in Anführungszeichen (") oder stellen jedem Leerzeichen einen Backslash voran (\).
Beachten Sie, dass die Spotlight-Suchkriterien abhängig von der Sprache Ihres Benutzers sind. Im Englischen muss es „kind:folder“ heißen. Sprachunabhängig funktioniert die Suche nach dem Uniform Type Identifier (UTI):
mdfind -count "kMDItemContentType != public.folder" -onlyin /Pfad/zum/Ordner
Wenn Sie sich mit Unix auskennen und eher den von Spotlight unabhängigen Befehl „find -type f“ im Sinn haben, beachten Sie, dass er für gewöhnlich ein anderes Ergebnis liefert, da er auch versteckte Dateien berücksichtigt.
Dies umgehen Sie wie folgt:
find /Pfad/zum/Ordner -type f ! -name ".*" -flags nohidden | wc -l
Das „wc -l“ zählt die ausgegebenen Zeilen und damit alle Treffer. Hier können Sie zum selben Ergebnis kommen, wie mit Spotlight. Sobald sich allerdings Dokumente im Paketformat (Bundles) darin befinden, wird find eine höhere Anzahl ausgeben.
Alle Mac-Apps, Dokumente wie RTFD und manche iWork-Dateien liegen als Bundle vor. Es handelt sich dabei auf Dateisystemebene eigentlich um herkömmliche Ordner mit Unterordnern und weiteren Dateien.
Bei TextEdit-Dokumenten sind hier etwa der eigentliche Text sowie die enthaltenen Bilder separat gespeichert. Der Finder und Spotlight sehen Paketordner jedoch als Einheit und zählen nicht deren Inhalt.
Das find-Kommando ist auf diese macOS-Besonderheit nicht vorbereitet, sodass es mehr Dateien findet.
Ein Hinweis für Nutzer von iCloud Drive: „find -flags nohidden“ scheint alle Dateien innerhalb von iCloud Drive als versteckt anzusehen und ignoriert somit nahezu alle Dateien – unabhängig davon, ob sie lokal vorliegen oder nicht. Hier müssen Sie sich also auf „! -name ".*"“ beschränken, welches alles ignoriert, was mit einem Punkt beginnt.
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(wre)