EUDI-Wallet: Welche Rolle PID und PID-Provider im EUDI-Wallet-Ă–kosystem spielen
Die PID (Person Identification Data) macht den Personalausweis zur digitalen Kernidentität. Ein Überblick, wie die Herausgabe über die Bundesdruckerei abläuft.
(Bild: Vanessa Bahr / iX)
- Timo Linke
Die eIDAS-Verordnung von 2024 schafft einen europaweit nutzbaren Raum für digitale Identitäten und in Deutschland dient das bereits bestehende eID-System nun als Basis für die digitale Brieftasche, die EUDI-Wallet. Sie soll die Nutzung der digitalen Identitäten im öffentlichen wie im privaten Raum erweitern. Damit entsteht ein interoperables Ökosystem für digitale Nachweise, beschrieben vom europäischen Architecture and Reference Framework (ARF), das die Basis für die Entwicklung gemeinsamer Standards und Verfahren bildet.
Innerhalb des entstehenden EUDI-Wallet-Ökosystems übernimmt die PID (Person Identification Data) eine zentrale Rolle: Als Kernidentität in der EUDI-Wallet bildet sie die Grundlage dafür, weitere digitale Nachweise eindeutig einer Identität zuzuordnen. Dafür werden Identitätsdaten aus einem staatlich abgesicherten Identifizierungsverfahren in einen digitalen Nachweis für die Wallet überführt.
- Die deutsche PID-Ausstellung nutzt die bestehende eID-Infrastruktur ĂĽber das AusweisApp-SDK: Per NFC baut die Wallet ĂĽber den eID-Server einen gesicherten Kanal zum Chip des Ausweisdokuments auf.
- Vor der eigentlichen Identitätsprüfung validiert der PID-Provider eine Wallet Attestation sowie einen Proof of Possession: Erst wenn Signaturkette, Wallet Provider Trusted List und Schlüsselkontrolle erfolgreich geprüft sind, startet der eID-Vorgang.
- Auf der PID bauen weitere digitale Nachweise wie QEAA und Pub-EAA auf. Pilotprojekte wie POTENTIAL und APTITUDE erprobten bereits realistische Nutzungsszenarien.
Dort dient die PID als Grundlage dafür, gezielt einzelne Identitätsangaben gegenüber Onlinediensten nachzuweisen, beispielsweise das Alter oder die Staatsangehörigkeit – ohne dabei den vollständigen Datensatz offenzulegen. Für digitale Prozesse ist das zentral: Identitätsangaben lassen sich damit standardisiert in Anwendungen einbinden, und an die Stelle wiederholter Einzelprüfungen tritt ein digitaler Nachweis, der sich in unterschiedlichen Nutzungsszenarien verwenden lässt.
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