Klick ins Video
Internet-Filme sind nicht besonders interaktiv. Berliner Forscher wollen das nun mit neuer Software ändern.
Internet-Filme sind nicht besonders interaktiv. Berliner Forscher wollen das nun mit neuer Software ändern.
Filme erfreuen sich im Internet zunehmender Beliebtheit, selbst hochauflösende Aufnahmen sind mittlerweile problemlos darstellbar. Nur an der Interaktivität mangelt es häufig: Videos werden statisch produziert und angeschaut, ohne dass der Zuschauer aus einem Clip heraus leicht weitere Informationen abfragen könnte.
Forscher am Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) in Berlin wollen das nun ändern: Mit sogenannten non-linearen Videos. Dabei kann ein Zuschauer auf Objekte in einem Film klicken, die ihn interessieren. Dann stoppt der Clip und zeigt Zusatzinfos an, was auch in Form eines weiteren Videos erfolgen kann.
Schaut man sich dann beispielsweise eine Reisedokumentation an und sieht einen Zug im Bild, fördert ein Klick darauf den momentan aktuellen Fahrplan zutage. Das FOKUS-System funktioniert dabei auf allen aktuellen Plattformen, wenn sie nur einen Browser haben - vom TV-Gerät über den Laptop bis hin zum Smartphone.
Zur Erstellung non-linearer Videos haben die Forscher eine eigene Software entwickelt, die ein Markieren (Tagging) von Passagen und eine Verlinkung weiterer Informationen erlaubt. Schnittstellen zu sozialen Netzen mit Empfehlungsmechanismen sind ebenso integriert wie die UnterstĂĽtzung aktueller Web-Standards.
Das FOKUS-System, das sich derzeit im Prototypenstadium befindet, soll zudem auch um Kommunikationsmöglichkeiten erweitert werden. So könnte man im angesprochenen Reisedokumentations-Beispiel dann gleich ein Restaurant zwecks Reservierung per Internet-Telefonie anrufen, wenn es im Bild auftaucht.
"Während sich die Interaktion in heutigen Videoplattformen auf das Kommentieren von Beiträgen und Einblenden von Werbebannern beschränkt, bietet unsere Technologie neue Möglichkeiten der interaktiven Videonutzung", sagt Stefan Arbanowski von FOKUS.
Ganz ohne Konkurrenz ist die Technik allerdings nicht: So bietet YouTube schon seit einiger Zeit die Möglichkeit, Links in Filmclips zu verteilen und Anmerkungen zu integrieren. Derart interaktiv wie das non-lineare Video der Fraunhofer-Forscher ist die Technik aber nicht. (bsc)