Geoblocking umgehen – was tun gegen die Ländersperre?
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Geoblocking umgehen, um auf gesperrte Inhalte zuzugreifen und Streaming-Angebote weltweit zu nutzen.
(Bild: Linaimages/Shutterstock.com)
- Isabelle Bauer
Viele Internetnutzer stoßen regelmäßig auf das Problem, dass bestimmte Inhalte in ihrem Land nicht verfügbar sind. Ob Serien, Videos oder ganze Webseiten – sogenannte Ländersperren schränken den Zugriff oft erheblich ein. Das führt nicht nur zu Frust, sondern auch zu der Frage, warum Inhalte überhaupt blockiert werden. Gleichzeitig suchen viele nach einfachen und sicheren Wegen, diese Einschränkungen zu umgehen. Im Folgenden erfahren Sie, welche Möglichkeiten es gibt, Geoblocking zu umgehen und worauf Sie dabei achten sollten.
- Was ist Geoblocking?
- Geoblocking umgehen – diese Methoden gibt es
- Ist das Umgehen von Geoblocking legal?
Was ist Geoblocking?
Geoblocking bezeichnet eine Technik, mit der Inhalte im Internet abhängig von Ihrem Standort eingeschränkt werden. Webseiten und Streaming-Dienste erkennen Ihre Region anhand Ihrer IP-Adresse und entscheiden, welche Inhalte Ihnen angezeigt werden dürfen. So können etwa Netflix-Nutzer in den USA auf eine Serie zugreifen, die hier in Deutschland nicht verfügbar ist.
Das hat unterschiedliche Gründe. So spielen häufig Lizenzrechte eine Rolle, da Inhalte oft nur für bestimmte Länder freigegeben sind. Auch urheberrechtliche Vorgaben tragen dazu bei, dass die Verfügbarkeit durch regionale Verträge eingeschränkt wird. Außerdem können auch gesetzliche Regelungen eine Rolle spielen, die den Zugriff auf bestimmte Inhalte einschränken. Besonders bei Streaming-Diensten ist Geoblocking weit verbreitet, da hier Inhalte je nach Region unterschiedlich lizenziert werden.
Geoblocking umgehen – diese Methoden gibt es
Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Ländersperre zu umgehen:
VPN nutzen
Ein VPN ist die zuverlässigste Methode, Geoblocking zu umgehen, da es Ihre IP-Adresse ändert und die Verbindung verschlüsselt. Anbieter wie NordVPN, Surfshark oder ExpressVPN gehören zu den bekanntesten Lösungen auf dem Markt. Ein VPN funktioniert so, dass Ihre Internetverbindung über einen Server in einem anderen Land geleitet wird. Dadurch erhält Ihre Verbindung eine neue IP-Adresse und Webseiten gehen davon aus, dass Sie sich in diesem Land befinden.
Die Einrichtung ist unkompliziert: Zunächst laden Sie die App eines VPN-Anbieters auf Ihr Gerät herunter – entweder auf Smartphone, PC oder Smart-TV. Nach der Installation erstellen Sie ein Konto und melden sich an. In der App sehen Sie eine Liste mit verfügbaren Ländern. Wählen Sie hier einfach das Land aus, dessen Inhalte Sie freischalten möchten, beispielsweise die USA für amerikanische Streaming-Inhalte.
Anschließend klicken Sie auf „Verbinden“. Innerhalb weniger Sekunden wird die Verbindung hergestellt. Sobald das VPN aktiv ist, können Sie die gewünschte Webseite oder Streaming-Plattform öffnen. Die Inhalte sollten nun ohne Ländersperre verfügbar sein. Falls es nicht direkt funktioniert, hilft es oft, einen anderen Server im gleichen Land auszuwählen oder den Browser-Cache zu löschen. Mehr Details über VPNs können Sie in einem weiteren Beitrag von uns nachlesen.
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Proxy-Server verwenden
Eine weitere Möglichkeit, Geoblocking zu umgehen, ist die Nutzung eines Proxy-Servers. Dabei wird Ihre Verbindung ebenfalls über einen anderen Server geleitet, allerdings ohne zusätzliche Verschlüsselung.
Um einen Proxy zu nutzen, suchen Sie zunächst online nach einem Proxy-Server aus dem gewünschten Land. Dabei erhalten Sie eine IP-Adresse und einen Port. Diese Daten tragen Sie anschließend in den Netzwerkeinstellungen Ihres Geräts oder Browsers ein.
Unter Windows erfolgt dies beispielsweise über die Einstellungen unter „Netzwerk & Internet“, wo Sie eine manuelle Proxy-Verbindung konfigurieren können. Hier erfahren Sie genauer, wie Sie einen Proxy-Server auf Ihrem Gerät einrichten. Nach dem Speichern der Einstellungen wird Ihr gesamter Datenverkehr über den Proxy geleitet. Anschließend können Sie im Browser prüfen, ob sich Ihre IP-Adresse geändert hat. Wenn das der Fall ist, können Sie versuchen, die gewünschte Webseite aufzurufen.
Allerdings hat diese Methode klare Nachteile: Proxys sind oft langsam, instabil und werden von vielen Streaming-Diensten erkannt und blockiert. Außerdem fehlt die Verschlüsselung, was ein Risiko für Ihre Privatsphäre darstellt.
DNS ändern
Eine weitere Methode ist das Ändern des DNS-Servers. Dabei wird nicht direkt Ihre IP-Adresse verändert, sondern die Art und Weise, wie Ihr Gerät Webseiten auflöst. Statt die Standard-DNS-Server Ihres Internetanbieters zu nutzen, greifen Sie auf alternative Server zurück, die Anfragen teilweise anders behandeln.
Öffnen Sie dafür die Netzwerkeinstellungen Ihres Geräts. Unter Windows gehen Sie beispielsweise in die Netzwerkadaptereinstellungen und wählen Ihre aktive Internetverbindung aus. Dort öffnen Sie die Eigenschaften des Internetprotokolls (IPv4), indem Sie „Anzeigen zusätzlicher Eigenschaften“ anklicken. Hier tragen Sie manuell einen neuen DNS-Server ein.
Typische öffentliche DNS-Adressen sind zum Beispiel:
- Google DNS: 8.8.8.8 und 8.8.4.4
- Cloudflare DNS: 1.1.1.1 und 1.0.0.1
- OpenDNS: 208.67.222.222 und 208.67.220.220
Alternativ gibt es sogenannte Smart-DNS-Dienste, die speziell dafür entwickelt wurden, Geoblocking bei Streaming-Plattformen zu umgehen.
Neben den Systemeinstellungen können Sie den DNS-Server auch direkt im Browser ändern. In Browsern wie Google Chrome oder Mozilla Firefox gibt es Funktionen wie „Sicheres DNS“ oder „DNS over HTTPS“. Diese finden Sie in den Datenschutz- bzw. Netzwerkeinstellungen des Browsers. Dort können Sie einen Anbieter auswählen oder eigene DNS-Adressen eintragen, ohne die Systemeinstellungen Ihres Geräts zu verändern.
Auch auf dem Smartphone können Sie den DNS-Server anpassen. Das Vorgehen ist ähnlich wie am Computer, unterscheidet sich aber je nach Betriebssystem leicht. Grundsätzlich gilt: Sie können in den Einstellungen Ihres Smartphones nach dem Stichwort „DNS“ suchen und dann die Optionen dafür aufrufen. Sie können dann manuell eine DNS-Adresse eingeben und speichern.
Nach dem Speichern der Einstellungen können Sie testen, ob bestimmte Inhalte nun verfügbar sind.
Diese Methode ist besonders schnell eingerichtet und benötigt keine zusätzliche Software. Allerdings funktioniert sie nur bei bestimmten Diensten und bietet keinen echten Schutz Ihrer Daten. Für Streaming oder das zuverlässige Umgehen von Geoblocking ist sie daher nur eingeschränkt geeignet.
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Ist das Umgehen von Geoblocking legal?
Die rechtliche Lage ist nicht immer eindeutig. In Deutschland und der EU ist das reine Umgehen von Geoblocking grundsätzlich nicht strafbar. Allerdings kann es gegen die Nutzungsbedingungen von Streaming-Diensten verstoßen. Das kann dazu führen, dass der Zugriff auf Ihr Konto eingeschränkt werden kann. Wichtig ist daher, die AGB der jeweiligen Plattform im Blick zu behalten.
Außerdem gibt es einige Risiken und Einschränkungen, die berücksichtigt werden sollten: Die Internetgeschwindigkeit kann sich durch die Nutzung eines VPNs verringern, und bekannte Server werden von Streaming-Diensten häufig erkannt und gesperrt. Zudem ist beim Datenschutz Vorsicht geboten, insbesondere bei kostenlosen Angeboten, da diese oft Nutzerdaten sammeln oder weiterverarbeiten. Auch wenn keine direkte Strafbarkeit besteht, bleibt das Risiko bestehen, gegen die Nutzungsbedingungen der Anbieter zu verstoßen.
(anka)