Riesen-Prüfstand für Rotoren
Im Testzentrum des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik müssen Flügel von Windkraftanlagen zeigen, was sie aushalten.
Eine 70 Meter lange und 22 Meter hohe Halle im Bremerhavener Fischereihafen beherbergt den derzeit größten Rotorblatt-Prüfstand in Deutschland. Im Auftrag der Industrie testet dort das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (Iwes) die Flügel für jene Windkraftanlagen, die künftig auf hoher See Strom erzeugen sollen, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. "Mit dem Prüfstand können wir in wenigen Monaten die Belastungen simulieren, denen ein Rotorblatt während seines 20-jährigen Betriebszyklus ausgesetzt ist", erklärt Projektleiter Falko Bürkner.
Die Fraunhofer-Gesellschaft, die das Iwes durch die Fusion des Fraunhofer-Centers für Windenergie und Meerestechnik (CWMT) in Bremerhaven mit dem Institut für solare Energieversorgungstechnik (Iset) in Kassel bildete, will damit dem wachsenden Forschungsbedarf in der Windindustrie Rechnung tragen. Mit REpower, Areva und PowerBlades hat ein Großteil der Anlagenhersteller und Rotorblatt-Entwickler ihren Firmensitz fast in Sichtweite des Institutes. "Das ermöglicht eine enge Zusammenarbeit und gibt den Firmen auch die Möglichkeit, die Versuche direkt zu begleiten", so Bürkner.
Die Technik für die Prüfungen hat das Iwes selbst entwickelt. "Das gibt es nicht von der Stange." Angesichts der Dimensionen der Prüfteile wirken die Geräte dennoch verblüffend unspektakulär: ein Portalkran an der Decke, ein paar gelb lackierte Hydraulikzylinder am Boden, Drahtseile, Umlenkrollen, stabile Stahlrahmen – das ist fast die gesamte Ausstattung. Dem Hallenboden ist äußerlich nicht anzusehen, dass er aus einer zwei Meter starken Betonschicht besteht und auf mehr als 100 Stahlbetonpfählen ruht.
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(bsc)