Wi-Fi Alliance zertifiziert erstmals Kombigeräte für WLAN und Mobilfunk
Die Allianz ruft ein neues Zertifizierungsgremium ins Leben, um den Anforderungen der Hersteller und Nutzer von konvergenten Endgeräten Rechnung zu tragen.
Die Wi-Fi Alliance (WFA) sieht einen wachsenden Trend für Endgeräte, die sowohl Verbindungen ins WLAN als auch zum zellulären Mobilfunk ermöglichen. Mit der Wi-Fi/Cellular Convergence (WCC) task group hat die WFA eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese soll die Standardisierung der Kombigeräte auf das Niveau heben, das Nutzer von bereits zertifizierten, reinrassigen WLAN-Geräten gewohnt sind. Hierdurch verspricht sich die Wi-Fi Alliance höhere Kundenzufriedenheit und damit Wachtsumsimpulse für Konvergenzprodukte.
Einen Markt für Kombigeräte sieht offenkundig auch der Handy-Marktführer Nokia: So verzichteten die Finnen bei ihrem neuen 9500 Communicator auf den Einbau eines UMTS-Moduls zu Gunsten einer WLAN-Schnittstelle. Offiziell begründen die Finnen diese Entscheidung mit Kostenüberlegungen: Der zusätzliche Einbau eines UMTS-Moduls hätte den Communicator deutlich über den angestrebten "Preispunkt" von 800 Euro (unsubventioniert) getrieben und wäre dadurch zu teuer für das anvisierte Marktsegment geworden. Hierzu zählen beispielsweise Firmen, die für ihren Außendienst gleich eine größere Anzahl an Handhelds vorhalten müssen, jedoch mit einem knapp bemessenen Budget auskommen müssen. Offensichtlich ist auch, dass diese Corporate User nicht nur bei den Endgeräten, sondern auch an den Verbindungsentgelten sparen müssen. WLAN bietet sich in Ballungsräumen als preiswerte und breitbandige Alternative zu UMTS an. Zugleich wächst mit den WLAN-Funktionen die Komplexität der Endgeräte.
Auch wenn die Wi-Fi-Zertifizierung lediglich Aussagen zur WLAN-Interoperabilität der Kombigeräte liefert, dürfte sie gerade für eingefleischte Handykunden von Bedeutung sein: Für sie ist das Thema WLAN oft Neuland -- lautete die Botschaft der Mobilnetzbetreiber und -ausrüster doch über Jahre hinweg, dass UMTS der Standard für die mobile Datenübertragung sein werde.
In einer ersten Zertifizierungsrunde erhielten folgende konvergente Geräte im Taschenformat den Wi-Fi-Segen: Der HP iPAQ Pocket PC h6315 (für den US-Markt) sowie die im Frühjahr in Cannes vorgestellten Handhelds Nokia 9500 Communicator und das Motorola MPx. Diese beiden Modelle sollen im laufenden 4. Quartal erhältlich sein -- zu einem konkreten Lieferdatum schweigen sich die Hersteller aus. Außerdem zertifizierte die Wi-Fi Alliance den Handheld Computer Intermec 760 Mobile, der -- neben WLAN -- mit Funkmodulen für GSM- und CDMA-Netze sowie mit Bluetooth ausgestattet werden kann. Auch die SanDisk Connect Wi-Fi SD Card, mit der PDAs nachgerüstet werden können, erhielt das Wi-Fi-Label. Ihr Einsatz ist aber auf Modelle beschränkt, die über die passenden Treiber verfügen. Diese fünf Geräte entsprechen zum einen dem Standard IEEE 802.11b. Die WFA prüft hierbei nach eigenen Kriterien aufgestellt, ob diese WLAN-Geräte hinreichend interoperabel sind. Darüber hinaus beherrschen die fünf Kombigeräte laut WFA-Zertifikat die Verschlüsselungsmechanismen WPA (Wi-Fi Protected Access) Personal und WPA Enterprise.
Die Wi-Fi Alliance bündelt als "Nonprofit trade association" die Interessen von inzwischen rund 200 Anbietern von inzwischen etwa 1500 zertifizierten Produkten. Im Führungsgremium sitzen die Branchengrößen Agere, Cisco, Conexant, Dell, Intel, Microsoft, Nokia, Philips, Sony Corporation, Symbol Technologies and Texas Instruments. (ssu)