Taiwanischer DVD-Konkurrent in den Startlöchern

Bereits Ende dieses Monats sollen in Taiwan und China die ersten Player für die "Forward Versatile Disc" (FVD) auf den Markt kommen, auf der auch hochauflösende Videos gespeichert werden können.

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Bereits Ende dieses Monats sollen in Taiwan und China die ersten Player für die "Forward Versatile Disc" (FVD) auf den Markt kommen. Entwickelt wurde die zunächst als "Finalized Versatile Disc" bezeichnete DVD-Konkurrentin vom taiwanischen Opto-electronics & Systems Laboratory (OES) im Auftrag des staatlich finanzierten Industrial Technology Research Institute (ITRI). Als Audio- beziehungsweise Videoformat wird bei der FVD statt MPEG-2 Microsofts Windows Media 9 eingesetzt. Laut Der-ray Huang, stellvertretender Direktor bei OES, werden damit nur Lizenzgebühren in Höhe von 0,10 US-Dollar pro Disc fällig statt 2,50 US-Dollar für MPEG-2. Die Verwendung von MPEG-4/H.264 hätte angeblich 0,25 US-Dollar pro Disc gekostet.

Als Datenträger kommt bei der EVD kein normales DVD-Medium zum Einsatz. Vielmehr wurde der Spurabstand gegenüber der DVD von 0,74 auf 0,64 µm verringert, sodass eine einschichtige FVD eine Kapazität von 5,4 bis 6 GByte und eine doppelschichtige FVD eine Kapazität von 9,8 bis 11 GByte besitzen wird. Bei Verwendung von WMV9 ließen sich darauf komplette Spielfilme in der HDTV-Auflösung 720p (1280 × 720 Bildpunkte) speichern. FVD ähnelt damit den auch in Deutschland angebotenen WMV-HD-DVDs (DVD-ROMs mit WMV-HD-komprimierten hochauflösenden Videos und WMA9-Ton).

Die in China als offizielle Antwort auf die DVD entwickelte Enhanced Versatile Disc (EVD) konnte sich bislang weder bei Kunden noch bei Player-Herstellern durchsetzen. Ein Hauptgrund für die mangelnde Akzeptanz sehen Kritiker vor allem im vergleichsweise hohen Verkaufspreis der EVD-Player. So kostete der erste EVD-Player aus dem Hause Shinco (siehe Test in c't 12/04) umgerechnet gut 200 Euro, während ein in China hergestellter DVD-Player mit umgerechnet gerade einmal rund 70 Euro zu Buche schlägt. Ein FVD-Player soll in Taiwan etwa 116 Euro und in China rund 95 Euro kosten. OES will das FVD-Format auf der kommenden US-Unterhaltungselektronik-Messe Consumer Electronic Show (CES) im Januar präsentieren. (nij)