Nichtdestruktiv: Vorschau auf Gimp 2.8
Mit Spannung wird das Release von Gimp 2.8 erwartet, das für Ende 2010 avisiert ist. Neben dem Einzelfenstermodus wird die Integration der Generic Graphics Library (GEGL) ein Meilenstein in der Gimp-Geschichte sein.
- Bettina K. Lechner
Erhöhter Bedienkomfort
Ein Schwerpunkt bei der Entwicklung von Gimp 2.8 war es, Benutzern den Umgang mit Fenstern, Docks und Dateien zu erleichtern. Daher werden sich viele Anwender über die Umsetzung eines Einzelfenstermodus freuen. Damit können optional das Bildfenster und alle Docks in ein einzelnes Programmfenster zusammengefasst werden. Die Funktion wird über das Menü Fenster aktivierbar sein. Ebenfalls im Fenster-Menü liegt der neue Eintrag Docks ausblenden, mit dem alle Fenster außer dem Bildfenster ausgeblendet werden und damit nur noch die Arbeitsoberfläche sichtbar bleibt. Das wirkt einerseits sehr aufgeräumt und ist andererseits sehr nützlich – vor allem wenn man vorwiegend mit Tastenbefehlen respektive dem Kontextmenü arbeitet. Das Bildbearbeitungsprogramm kommt in Zukunft mit einem einzigen Eintrag in der Windows-Taskleiste aus und belegt nicht wie bisher gleich drei Schaltflächen.
Eine weitere Verbesserung im Dateihandling stellen die Navigationsreiter oberhalb des Bildfensters dar. Diese werden im Einzelfenstermodus automatisch eingeblendet, sobald mehr als eine Datei geöffnet ist, und dienen zum bequemen Wechseln zwischen den offenen Dateien. Auch wird über die Navigationsleiste das Einfügen einer Datei als Ebene in eine andere komfortabler – einfach den Reiter der einen über den der zweiten Datei ziehen, und schon landet diese als Ebene im Bildfenster. Auch werden die Docks flexibler, da sich innerhalb eines Docks Dialoge nicht nur hintereinander als Reiter, sondern sogar beliebig breit nebeneinander anordnen lassen.
Neues Konzept bei der Speicherung
Das neue Speichern-Konzept wird in erster Linie Anfängern entgegenkommen. So kann zukünftig über die Befehle Datei > Speichern, Speichern unter und Kopie speichern nur noch das Gimp-Format (*.xcf) gesichert werden. Alle anderen Dateiformate werden in den neuen Befehl Datei > Exportieren verlagert. Praktisch ist dabei der neue Befehl Export to <filename>... (Strg+E). Damit werden mit einem Klick Änderungen am geöffneten Foto (.xcf) auf eine bereits exportierte Datei übertragen, während das Bildfenster selbst geöffnet bleibt.
Ebenengruppen
Bei einem umfassend zu bearbeitenden Foto kann der Ebenenstapel enorme Ausmaße annehmen und der Überblick verloren gehen. Version 2.8 will hier für Ordnung sorgen, indem sich Ebenen gruppieren und sozusagen in Ordner einsortieren lassen. Zusätzlich wird es möglich, innerhalb einer Gruppe weitere Untergruppen einzufügen. In eine Ebenengruppe können Arbeitsschritte logisch zusammengefasst werden, wie zum Beispiel alle Farbkorrekturen oder im Zuge einer Beauty-Retusche alle Bearbeitungsebenen zu Hauttönen. So lassen sich auf einen Klick verschiedene Bearbeitungsstufen eines Bildes darstellen. Eine weitere Neuerung im Bereich der Ebenen ist die Pixel-Sperre: Diese schützt Ebenen, aber auch Ebenengruppen, vor einer weiteren Bearbeitung.
Freies Transformieren-Werkzeug
Ganz frisch vorgestellt wurde das neue "Freie Transformieren"-Werkzeug, das Michael Muré entwickelt hat. Nachdem mit dem Tool der zu verändernde Bereich eingegrenzt wurde, zieht man einfach an den Ankerpunkten und verzerrt so das darin enthaltene Motiv. Ein Beispiel zeigt ein Video auf YouTube.
Textwerkzeug optimiert
Vorbei sind die Zeiten, als für jeden Stil eine eigene Textebene angelegt werden musste, denn ab Gimp 2.8 wird es nun möglich sein, innerhalb einer Text-Ebene einzelnen Zeichen bzw. Wörtern verschiedene Schriftgrößen, -farben und -schnitte zuzuweisen. Außerdem kann über den Textrahmen direkt die Formatierungen verändert werden.