Nichtdestruktiv: Vorschau auf Gimp 2.8

Seite 2: Integration von GEGL

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Ebenfalls vorgesehen für Version 2.8 ist der Abschluss der GEGL-Integration (Generic Graphics Library), mit der eine echte nichtdestruktive Bildbearbeitung möglich sein soll; bis dato werden im Bearbeitungsprozess einfach unzählige Pixel transformiert. Mit der graph-basierenden GEGL-Architektur wird dieser Prozess verändert. Für jeden Befehl wird im Hintergrund ein "node" (Knoten) erzeugt – so baut sich nach und nach eine DAG-Struktur (DAG = Directed acyclic graph) auf. Alle Knoten zusammen ergeben die GEGL-Struktur, die zusammen mit dem Bild gespeichert wird. Das Original selbst wird nicht verändert. Das bedeutet zum einen, dass unterschiedliche Ergebnisse aus einer Struktur extrahiert werden können und zum anderen, dass jede Operation auch noch nach Jahren abrufbar und veränderbar ist.

Mit GEGL werden mittelfristig auch 16 Bit pro Farbkanal und – dank babl (GEGL-unterstützende Programmbibliothek) – unter anderem auch CMYK unterstützt werden. Außerdem rechnet GEGL intern mit einer 32-Bit-Gleitkomma-Genauigkeit. Schon jetzt arbeiten einige der Gimp-Werkzeuge mit GEGL – ein Blick ins Menü Werkzeuge > GEGL-Operationen (linkes Bild) zeigt eine Liste aller bereits in GEGL portierten Befehle.

GEGL kann darüber hinaus SVG-Vektorgrafiken importieren, was den Mix von pixel- und vektororientierten Grafiken zulässt und beispielsweise für die Erstellung und Bearbeitung von Bannern mit Logo-Grafiken und Schriftzügen wichtig ist. All das ist für die nächsten ein bis zwei Jahre ab Erscheinen von Gimp 2.8 geplant. Wer mehr zu GEGL erfahren möchte wird in dem Blog von Peter Sikking fündig – er ist zuständig für die Integration der GEGL-Bedienoberfläche (UI-Integration) in Gimp.

  • Neuer Dialog Maldynamik mit zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten fĂĽr Malwerkzeuge, z.B. Anpassung von Druck, Farbe, Größe, Deckkraft uvm. sogar stufenlos ĂĽber Kurvensteuerung und Anlegen von Vorlagen möglich
  • Werkzeugspitzen-Winkel und Skalieren des Seitenverhältnisses nun auch direkt in den Werkzeugeinstellungen
  • Fortschrittliche Werkzeugspitzenverwaltung ĂĽber eigens definierbare Tags (Schlagwörter)
  • Support fĂĽr Beschneidungspfade
  • JPEG2000-UnterstĂĽtzung
  • Harter Farbverlauf
  • Bequemes Anpassen der Icons im Werkzeugkastens ĂĽber den Dialog Einstellungen
  • Erweiterte Exportmöglichkeiten fĂĽr Farbpaletten, u.a. in z.B. in CSS- oder PHP-Dateien
  • Einfachere Umstellung der Sprache via Einstellungen

Gerüchten zufolge wird der erste Release Candidate (RC) von Gimp 2.8 Anfang 2011 erscheinen. Erfahrungsgemäß geht die Weiterentwicklung immer schnell – der RC wird weitläufigen finalen Tests unterzogen, letzte kleine Fehler werden ausgemerzt und im Mitte 2011 könnte die endgültige Version GIMP 2.8 fertig sein.

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