Deutsches Kernkraft-Jubiläum

Vor 50 Jahren ging im unterfränkischen Kahl das erste deutsche Atomkraftwerk in Betrieb.

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In der kleinen unterfränkischen Gemeinde Großwelzheim nahe Aschaffenburg liegen Anfang und Ende der Kernkraftnutzung nahe beieinander: Dort ging am vergangenen Wochenende vor 50 Jahren, also am 13. November 1960, mit dem Versuchsatomkraftwerk Kahl das erste deutsche AKW in Betrieb. Heute ist der Standort vor allem dafür bekannt, dass hier gleich zwei Kernkraftwerke zurückgebaut worden sind, schreibt Technology Review in einem historischen Rückblick in seiner Online-Ausgabe.

Der Gedanke an Abriss und Entsorgung war in den optimistischen 1950er-Jahren, als weltweit Planungen fĂĽr die Nutzung von Atomenergie zur Stromgewinnung anliefen, allerdings noch weit entfernt. Atomkraft war ein technisch und rechtlich unerforschtes, aber vielversprechendes Terrain. Als im britischen Sellafield 1956 das erste kommerzielle Kernkraftwerk des Westens ans Netz ging, gab es in Deutschland keinen laufenden Forschungsreaktor. Um den Anschluss an die Technologie nicht zu verlieren, baute der Stromversorger RWE die kleine Pilotanlage in Kahl.

Fast ebenso lange, wie das Kernkraftwerk in Betrieb war, dauerte sein Rückbau – nämlich von 1988 bis 2010. Der Stahlbeton der Reaktor-Ummantelung war so radioaktiv, dass er von ferngesteuerten Kleinbaggern abgerissen werden musste. Künftig soll dort, wo die deutsche Atomgeschichte begann, wieder grünes Gras wachsen.

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(bsc)