Aufbruch und Umbruch bei der ISS
Die Besatzung der Internationalen Raumstation kann sich über ein endlich fertiggestelltes Raumlabor freuen.
Nach fast 12 Jahren im Bau und Gesamtinvestitionen von 100 Milliarden Dollar ist die Internationale Raumstation ISS nun endlich fertig. Da trifft es sich gut, dass das Weiße Haus zugestimmt hat, die Gesamtlaufzeit des Projekts um vier Jahre zu verlängern – von 2016 auf 2020. Doch was werden die Forscher mit dieser zusätzlichen Forschungszeit tun?
Die Frage treibt derzeit Wissenschaft genauso wie Privatunternehmen um, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Jason Crusan, Cheftechnologe für den Bereich Weltraumoperationen bei der NASA, meint, dass die Behörde mit ihren internationalen Partnern zusammenarbeiten muss, um die Nutzung der ISS auszudehnen. Die Missionsverlängerung erlaube mehr Experimente im Mikrogravitationsklima der Station, sagte Crusan auf einer Konferenz der American Astronomical Society, die sich in der vergangenen Woche in Cape Canaveral mit der Zukunft der ISS beschäftigte.
Bevor die ISS zum Forschertraum wird, muss allerdings noch eine wichtige Hürde genommen werden: Wie man Mannschaften und Ladung künftig ins All bekommt, wenn das Space Shuttle nächstes Jahr in Rente gegangen ist. Edward Mango, Direktor des Planungsbüros für kommerzielle Weltraumtransportsysteme bei der NASA, glaubt, dass nach dem Ende des Raumgleiters Wirtschaftsunternehmen wie SpaceX oder Orbital Sciences den Job übernehmen werden. Allerdings wird es wohl kaum vor 2015 soweit sein. Bis dahin müssen die USA sich auf ihre Partner aus Russland, Europa und Japan verlassen. Mit den Russen besteht bereits Einigkeit darüber, dass neue Crews der Amerikaner mindestens zweimal im Jahr zur ISS transportiert werden.
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(bsc)