Speicherpreise im freien Fall
Vor allem bei DDR3-Modulen befindet sich zu viel Ware im Umlauf. Trotz einer zum Teil sehr guten Nachfrage, fallen die HEKs ins bodenlose. Seit Ende Oktober sind die Preise um 19 Prozent und mehr gefallen. Eine Trendwende erscheint zum Jahresendspurt unwahrscheinlich.
Im MonatsrĂĽckblick verlieren DDR3-Speicher bis zu 19 Prozent an Wert. DDR2-Module scheinen dagegen ein stabiles Preisniveau gefunden zu haben.
Über eine mangelnde Nachfrage kann sich die Branche eigentlich nicht beklagen. Trotzdem kennen die HEKs momentan kein Halten. DDR3-RAM kaufen Fachhändler binnen Monatsfrist im Schnitt um 19 Prozent günstiger ein. Grund ist wieder einmal eine deutliche Überversorgung. "Die Verfügbarkeit und die Nachfrage sind bis auf partielle Engpässe bei DDR2 sehr gut", erklärt Florian Gerken, Senior Manager bei Ingram Micro Distribution, gegenüber heise resale. "Generell sind die Speicherpreise wieder fallend – bis auf DDR2-Bausteine, bei denen aufgrund der Knappheit die Preise tendenziell sogar leicht steigen. Wir erwarten jedoch, dass DDR2 in Kürze wieder besser verfügbar sein wird."
"Bei DDR2 fokussiert sich die Nachfrage auf die 800-MHz-Version, die wegen der Abwärtskompatibilität zu niedrigeren Taktfrequenzen quasi als Universalmodul für dieses Segment fungiert", erklärt George Linardatos, General Manager bei Transcend. "Insgesamt geht der Trend aber immer mehr in Richtung DDR3." Die Nachfrage nach DDR1-Speicher stagniere dagegen. Wobei das Aufrüstgeschäft nach wie vor einen gewissen Bedarf generiere.
Zu den Topsellern gehören bei den Broadlinern DDR1-400-Speicher mit einem GByte, DDR2-667- und -800-Module mit je zwei GByte sowie DDR3-1333 mit zwei GByte. Der durchschnittliche Angebotspreis im Online-Handel liegt laut heise resale Preisradar derzeit bei 59,86 Euro (brutto). Im Vergleich zur Vorwoche bedeutet dies einen Abschlag von 2,6 Prozent. Im Monatsrückblick entspricht das sogar einem Preisverfall von rund zwölf Prozent. Am meisten gesucht ist das Kingston-Kit ValueRAM PC3-10667U CL9 mit vier GByte. Danach folgt der bisherige Spitzenreiter, das 4-GByte-Kit G.Skill Ripjaws (DDR3-133).
Bei der Preisbeobachtung unterstĂĽtzten uns:
Actebis Peacock
B.com Computer AG
CTT AG
Devil AG
Ecom GmbH
Ingram Micro GmbH
"In den kommenden Wochen kann sich der Fachhandel auf weiter fallende Preise einstellen", ist Ingram-Manager Gerken überzeugt. "Die Verfügbarkeit ist gut und auch DDR2 sollte bald wieder besser verfügbar sein." Transcend-Chef Linardatos sieht es ähnlich: "Die Preise für DDR2- und DDR3-Module befinden sich im freien Fall. Aber es wäre trügerisch davon auszugehen, dass sich dieser Trend einfach so bis Ende dieses Jahres fortsetzt. Die Speicherchip-Hersteller könnten jederzeit den rettenden Fallschirm öffnen und mit Angebotsreduzierungen gegensteuern. Kurzfristig rechne ich zwar mit weiter sinkenden Marktpreisen, mittel- oder langfristig könnte es jedoch zu einem Trendwechsel kommen." (map)