HP will Oracle Siebel CRM gegen Salesforce austauschen
Angeblich will HP seine CRM-Software von Oracle Siebel in den eigenen Systemen gegen Salesforce tauschen.
- Jürgen Diercks
Laut verschiedenen Medienberichten will HP das bisher eingesetzte Oracle Siebel CRM aus seinen Systemen entfernen und mit dem SaaS-Angebot von Salesforce.com ersetzen. Die Urheber der Meldung, US-Medien und -Analysten, beziehen sich auf nicht näher benannte Quellen in den Unternehmen.
Dass die Stimmung zwischen Oracle und HP in der letzten Zeit nicht die beste war, verleiht dem wahrscheinlichen Deal besondere Brisanz. So verließ der frühere HP-CEO Mark Hurd nach Vorwürfen wegen sexueller Belästigung einer Mitarbeiterin das Unternehmen und heuerte im September beim Rivalen Oracle an. Dort sitzte der als Freund von Larry Ellison geltende Manager nun im Verwaltungsrat, dem mächtigsten Gremium des Konzerns. Und der neue HP-Chef Léo Apotheker und Ex-SAP-Vorstand ist nicht gut auf Oracle zu sprechen, weil der Datenbankriese ihn im Prozess gegen SAP in den Zeugenstand bitten wollte. Apotheker war allerdings nicht auffindbar.
Ob diese Posse nur Managern mit zu großem Ego zu verdanken ist, oder doch wirtschaftliche Gründe für den Deal sprechen, ist noch nicht zur Gänze geklärt. Trip Chowdhry, Analyst bei Global Equity Research, meint, dass sich HP von dem Systemwechsel 40 bis 50 Prozent Kostenersparnis erhofft. Salesforce richtet sich – zumindest bisher - eher an den Mittelstand und will mit einfacher Handhabung überzeugen. Allerdings hat auch Salesforce große Installationen vorzuweisen, etwa bei der japanischen Post (45.000 Lizenzen). Siebel CRM bietet zwar mehr Funktionen, gilt aber auch als schwerfälliger. Angeblich will HP die Entscheidung auf der Salesforce Hausmesse dreamforce verkünden. Die Veranstaltung findet vom 6.12. bis 9.12. in San Francisco statt. (jd)