Bionik hilft beim Flugroboter-Bau

Forscher bauen Nervensysteme von Insekten im Computer nach.

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Mit regelrecht halsbrecherischen Manövern navigieren sie im schnellen Flug, kurven um Hindernisse herum und reagieren in Sekundenbruchteilen auf die Hand, die sie fangen will. Ein Fliegengehirn leistet erstaunliches – nicht minder beeindruckend sind auch die Navigationsleistungen von Ameisen. "Das gesamte Gehirn besteht nur aus etwa einer Million Nervenzellen. Zum Vergleich: Das menschliche Gehirn verfügt über etwa 100 Milliarden Neuronen", sagt Ralf Möller von der Technischen Fakultät der Universität Bielefeld und Autor des Buches "Das Ameisenpatent".

Die Leistungsfähigkeit der Insekten ist für Ingenieure daher nicht nur ein faszinierender Ansporn, sondern auch ein handfester Vorteil, da sich die Nervensysteme dieser Tiere vergleichsweise leicht nachbilden lassen, berichtet Technology Review in einem Überblick zum Thema Bionik im Flugroboter-Bau in seiner Online-Ausgabe.

So nutzt Verena Hafner, Juniorprofessorin für Kognitive Robotik an der Humboldt-Universität Berlin, beispielsweise Erkenntnisse über die räumlichen Orientierungsleistungen von Wüstenameisen beim Design ihrer beiden Quadrokopter, zweier unbemannter Minihubschrauber. Die Cataglyphis verfügt, so hatte eine von Rüdiger Wehner am Neuroscience Center der ETH Zürich geleitete Gruppe von Forschern herausgefunden, ebenso wie Grillen, Bienen und Wespen, am oberen Rand ihres Auges, mit dem sie in den Himmel blickt, über spezielle Lichtsinneszellen, die sich potenziell nachbauen lassen.

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(bsc)