Somalische Radiostation bekommt ROG-Preis für Pressefreiheit
In Paris wurden zum 19. Mal von der Organisation Reporter ohne Grenzen Preise für Pressefreiheit und Menschenrechte verliehen.
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hat den iranischen Journalisten Abdolresa Tadschik am Donnerstag in Paris als "Journalist des Jahres" ausgezeichnet. In der Kategorie "Medium des Jahres" ging der Preis an die somalische Hörfunkstation Radio Shabelle. Sie sollen so für ihren besonderen Einsatz für Pressefreiheit und Menschenrechte geehrt werden. Der Preis wurde in diesem Jahr zum 19. Mal verliehen. Die internationale Jury bestand aus Journalisten und Menschenrechtsaktivisten.
Tadschik, der Mitglied des "Zentrums für Menschenrechtsverteidiger" ist, sei im Juni zum dritten Mal in diesem Jahr verhaftet worden und sitze seitdem im Gefängnis. Zuvor arbeitete er als politischer Redakteur bei reformorientierten Zeitungen, die von den Behörden geschlossen oder mehrfach suspendiert wurden, teilte ROG mit. In seinen Artikeln schrieb Tadschik über Verstöße gegen das Recht auf freie Rede und berichtete über Festnahmen von Journalisten. Für ROG gehört Tadschik zu den mutigsten Menschenrechtsaktivisten und Journalisten im Iran.
(Bild: ROG)
Radio Shabelle ist laut ROG eine der bekanntesten privaten Radiostationen in Somalia. Die Mitarbeiter seien ständiger Gewalt und regelmäßigen Drohungen ausgesetzt. Der Sender versuche inmitten von Chaos und Zerstörung in dem ostafrikanischen Land unabhängig zu berichten und lehne es ab, Sprachrohr von Gruppierungen oder Individuen zu sein. So sei die Radiostation zu einem Ziel der islamistischen Milizen Al-Shabaab und Hizb Al-Islam geworden. Im Juni 2009 wurde der Leiter des Senders, Mukhtar Mohamed Hirabe, auf dem Weg in die Innenstadt von Mogadischu mit vier Kopfschüssen getötet. Sein Vorgänger, Bashir Nur Gedi, wurde im Jahr 2007 ermordet. (anw)