Fußball-KI: Geschummelt wird nicht
Beim Sportspiel "FIFA 11" versucht sich der Spielekonzern EA an realistischerem Gegnerverhalten. Die KI betrüge aber nie, meint EAs technischer Direktor.
Seit rund zwei Monaten simulieren Fußballfans auf der ganzen Welt mit dem Computerspiel "FIFA 11" das professionelle Fußballgeschäft. Ben Carter, technischer Direktor beim Hersteller EA, sprach nun im Interview mit Technology Review über die in dem Game verwendeten Algorithmen der Künstlichen Intelligenz. Der 32 Jahre alte Informatiker arbeitet seit dem 2007 erschienen "FIFA 07" an der Fußball-Simulation mit, die Fans durch Detailtreue und neue Funktionen fesseln will. "Wir haben zahlreiche KI-Systeme im Einsatz, um verschiedene Codekomponenten zu steuern. Die beiden bedeutendsten sind die Künstliche Intelligenz der Mannschaftskameraden und die der Gegenspieler."
Allerdings wolle er eines klarstellen: Die "FIFA 11"-KI betrüge nie. "Sie greift keine Informationen vom Eingabegerät des Spielers ab oder macht nie etwas, was der Spieler nicht auch selber tun könnte." Stattdessen orientierten sich die Algorithmen an einem Simulationsansatz. "Um einen intelligenten Gegner zu schaffen, versuchen wir zu kopieren oder zu simulieren, was in der realen Welt passieren würde." Als Beispiel nennt Carter die Auswechselungen in "FIFA 11". "Da gibt es verschiedene Gründe, warum ein Trainer auswechseln würde. Ein Spieler könnte verletzt oder einfach nur müde sein, oder gar ganz auf dem Feld versagen. Es könnte aber auch die Mannschaft mit der Tor-Anzahl so weit zurückliegen, dass Stürmer auf das Feld geschickt werden müssen." Solche Gründe seien selbstverständlich für Fußballfans. Deshalb enthalte das Spiel Code, mit dem all diese Verhaltensmuster simuliert werden könnten.
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(bsc)