Graph500 macht Top500 Konkurrenz

Die weltweite Hitliste der Supercomputer soll anwendungsorientierter werden.

vorlesen Druckansicht 14 Kommentare lesen
Lesezeit: 1 Min.

Es gibt Dutzende sinnvolle Methoden, die Leistung der schnellsten Supercomputer der Welt zu bestimmen – von der Geschwindigkeit der internen Kommunikationsnetze zwischen den einzelnen Prozessorknoten bis hin zur Schnelligkeit ihres Speicherzugriffes. Am bekanntesten ist aber das sogenannte Linpack-Benchmark-Paket. Es wird eingesetzt, um die Reihenfolge der vielbeachteten Top500 festzulegen, auf die die gesamte High-Performance-Computing-Szene (HPC) mit Argusaugen schaut.

Eine Kommission aus 30 renommierten HPC-Experten hat nun aber ein neues Ranking vorgeschlagen, das nicht nur die "raw power" der Maschinen, sondern auch den Umgang mit komplexen Daten bewerten soll. Die Graph500-Liste misst, wie gut die Rechner mit komplexen mathematischen Funktionen umgehen können, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Derlei Graphen sind die Lingua Franca in zahllosen technischen Bereichen: egal ob in der Biomedizin, wo Proteinfaltungen berechnet werden müssen, im Sektor der Finanznetze, wo Betrügereien mit Hilfe komplexer Funktionen frühzeitig erkannt werden können oder im Internet-Segment, wo soziale Netzwerke manche harte mathematische Nuss zu knacken haben. Stets gilt: Je schneller solche Funktionen abgearbeitet werden, desto besser.

Die Graph500-Liste ist noch so neu, dass bislang nur die Ergebnisse von neun Systemen vorliegen. "Intrepid", ein Supercomputer des US-Energieministeriums auf Basis von IBMs BlueGene/P, ist momentan führend – mit nur 8192 seiner 40960 Knoten.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)