Regulierer erlaubt E-Plus UMTS-Nutzung der GSM-Frequenzen
Bei der Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen fĂĽr High-Speed-Internet hatte sich E-Plus noch zurĂĽckgehalten. Der Regulierer genehmigte dem Netzbetreiber nun auf Antrag die Nutzung der 900-MHz-Sprachfrequenzen auch fĂĽr Datendienste.
Die Bundesnetzagentur hat dem Mobilfunkanbieter E-Plus die Nutzung der 900-MHz-Sprachfrequenzen auch für die Übertragung von Daten per UMTS erlaubt, berichtet die Online-Ausgabe der Tageszeitung Die Welt. Damit dürfe der Netzbetreiber drahtloses Breitband-Internet auch an 25 Standorten in ländlichen Gebieten anbieten. Der Netzbetreiber müsse sich bei den 900-MHz-Frequenzen überdies an bestimmte Bedingungen halten: So darf das E-Plus-Netz weder jenes der Deutschen Bahn, noch das von O2 beeinträchtigen, die auf ähnlichen Frequenzen funken.
Die Entscheidung sei bei Konkurrent O2 mit Verwunderung aufgenommen worden, heißt es weiter. Matthias Kurth, seines Zeichens Präsident der Netzagentur, erklärte dazu gegenüber Welt Online, dass man niemanden bevorzuge und jeder Netzbetreiber die Möglichkeit habe, einen Antrag wie E-Plus zu stellen. Die Entscheidung ist auch vor dem Hintergrund der Bemühungen des Regulierers zu sehen, die Nutzung der Frequenzen zu flexibilisieren und unabhängig von der eingesetzten Technologie zu machen.
(Bild:Â Bundesnetzagentur)
Pikant ist in diesem Zusammenhang, dass die E-Plus-Konkurrenten T-Mobile, Vodafone und O2 zum selben Zweck die nach der Umstellung der Fernsehausstrahlung auf Digitalverfahren freigewordenen 800-MHz-Frequenzen (Digitale Dividende) für insgesamt mehr als 3,5 Millarden Euro ersteigert hatten – und somit im Unterschied zu E-Plus richtig tief in die Tasche griffen. E-Plus hatte damals bei einer halben Milliarde pro Block die Segel gestrichen und ersteigerte lediglich acht Frequenzblöcke in den Bereichen 1,8 GHz, 2,0 GHz und 2,6 GHz für 283 Millionen Euro. (mfi)