Laden per Licht
Drohnen können bereits jetzt schon viele Stunden in der Luft bleiben. Deutsche und amerikanische Forscher wollen die Nutzungszeit mit einem neuen Verfahren noch weiter verlängern, das Strom drahtlos überträgt.
Drohnen können bereits jetzt schon viele Stunden in der Luft bleiben. Deutsche und amerikanische Forscher wollen die Nutzungszeit mit einem neuen Stromübertragungsverfahren noch weiter verlängern.
Unbemannte Luftfahrzeuge, kurz UAVs, kennen viele Einsatzzwecke: Die Drohnen lassen sich für Beobachtungsflüge in der Umweltforschung genauso einsetzen wie als Alternative zum Kampfjet, ohne dass Luftwaffenangehörige ihr Leben riskieren müssten. Die Fluggeräte können zudem dank ausgereifter Akkutechnik mittlerweile sehr lange in der Luft bleiben – viele Stunden, wenn nötig.
Doch auch das reicht manchmal nicht aus. Forscher des amerikanischen Spezialunternehmens LaserMotive haben deshalb zusammen mit Ingenieuren des deutschen UAV-Herstellers Ascending Technologies aus dem bayerischen Krailling ein Verfahren entwickelt, mit dem Drohnen noch viel länger fliegen können, weil sie sich "nachtanken" lassen. Der Clou dabei: Das Laden erfolgt drahtlos – über ein Stromübertragungssystem, das auf Lasertechnik basiert.
Im Versuch wurde ein Quadrocopter vom Typ AscTec Pelican über einen sogenannten "Laser Power Beam" mit Strom versorgt. Dabei handelt es sich um einen konzentrierten Laserstrahl, der sein Licht dauerhaft auf eine im UAV integrierte Photovoltaikzelle richtet, die LaserMotive entwickelt hat.
So versorgt, benötigte der AscTec Pelican nur noch eine kleine Batterie, um sich kurzzeitig außerhalb des Strahls zu bewegen. Ist die Energie verbraucht, kehrt er einfach automatisch an einen vom Laser beschienenen Platz zurück.
Während eines Experiments gelang es so, die ein knappes Kilo schwere Drohne immerhin fast zwölfeinhalb Stunden in der Luft zu halten. Damit erzielten die Forscher einen Weltrekord für autonome elektrisch betriebene Helikopter.
Tom Nugent, Chef von LaserMotive, sieht darin einen Meilenstein für die Zukunft der Luftfahrt – auch wegen der Automatisierung. Die Drohnen-"Piloten" auf der Erde müssten den Flug nur noch überwachen, aber nicht mehr eingreifen. Als nächster Schritt soll nun die Leistung des Ladesystems sowie die Reichweite gesteigert werden. (bsc)