China feiert Erfolg in der Atomtechnologie
China hat nach eigenen Angaben einen „technischen Durchbruch“ bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll erzielt. Das berichten chinesische Medien unter Berufung auf das chinesische Staatsfernsehen.
China hat nach eigenen Angaben einen „technischen Durchbruch“ bei der Wiederaufarbeitung von Atommüll erzielt. Das berichten chinesische Medien unter Berufung auf das chinesische Staatsfernsehen. Konkrete technische Angaben gibt es allerdings nicht.
Abgebrannte Brennelemente aus AKWs bestehen zu etwa 95 Prozent aus nicht spaltbarem Uran, drei Prozent Spaltprodukten, einem Prozent spaltbaren Uran-Isotopen und einem Prozent Plutonium. Bei der Wiederaufarbeitung werden das spaltbare Plutonium und die spaltbaren Uran-Isotope aus abgebrannten Brennelementen gewonnen. Das Plutonium kann dann in so genannten Mischoxid-Brennelementen erneut verwendet werden.
Weltweit gibt es Wiederaufarbeitungs-Anlagen in den USA, Frankreich, Großbritannien, Russland, Indien, Japan und Nordkorea. Allerdings sind nur zwei davon kommerziell verfügbar - in Großbritannien und in Frankreich. Da die Technologie prinzipiell auch zur Abtrennung von waffenfähigem Plutonium für militärische Zwecke verwendet werden kann, wird sie streng kontrolliert.
Mit der Entwicklung einer eigenständigen Wiederaufarbeitung stünde den chinesischen Atomkraftwerken nun Uran für bis zu 3000 Jahre zur Verfügung - im Gegensatz zu den bisher veranschlagten 50 bis 70 Jahren, lobte das chinesische Staatsfernsehen. Zur Zeit sind in China 13 AKWs mit einer Gesamtkapazität von rund zehn Gigawatt am Netz. Zum Vergleich: In Deutschland sind 17 AKWs mit einer Leistung von rund 22 Gigawatt in Betrieb.
Nach einem Bericht der Neuen Zürcher Zeitung von Anfang Dezember soll die Kapazität der chinesischen Kernkraftwerke bis 2020 auf 70 Gigawatt ausgebaut werden. Zwar liege die offizielle Zielmarke der chinesischen Regierung nur bei 40 GW, doch die ehrgeizigen Planzahlen seien notwendig, um die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen. Zudem will das Land sich selbst als Atomkraft-Exporteur auf den Weltmarkt wagen. (wst)