Casual Game für die vergleichende Genomik
Kanadische Wissenschaftler haben mit "Phylo" ein Puzzle entwickelt, das der Erbgutforschung helfen soll.
Sogenannte Casual Games, leicht erlernbare Spiele, die man zumeist direkt im Internet aufrufen kann, sind bei Jung und Alt ein großer Hit: Viele Stunden ihrer Frei- und Bürozeit verbringen immer mehr Menschen mit "Farmville", "Mafia Wars" oder "We Rule".
Da wäre es doch besser, diese einfach so verpuffende Energie für sinnvollere Zwecke einzusetzen, sagten sich Forscher an der Fakultät für Computerwissenschaften der McGill University im kanadischen Montreal. Sie haben deshalb "Phylo" entwickelt, ein online nutzbares Minispiel, das bei der Genforschung helfen soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.
Bei dem Game kann sich der Spieler anfangs aussuchen, welche Krankheit er dekodieren helfen will, darunter solche des Verdauenssystems oder auch Krebs. Dann geht es auch schon los: Nukleotide, die über Farbcodes in einer oder mehr Zeilen dargestellt sind, müssen in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Ziel sind möglichst viele einheitliche Farbflächen mit möglichst wenig Lücken – selbige deuten auf Mutationen hin. Dabei lernt der Spieler auch einiges über Erbfolgen und Gentechnik.
Derzeit arbeiten die Forscher daran, "Phylo" möglichst weit zu verbreiten. So ist etwa eine direkte Integration bei Facebook angedacht, wie es zahllose andere Casual Games vormachen. Nur habe ihr Spiel eben direkte positive Auswirkungen auf die Forschung, wie das McGill-Team betont.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc)