Googles Sprachsuche personalisiert
Mit der ĂĽberarbeiteten "Voice Search" fĂĽr Android-Handys passt der Internet-Konzern seine Algorithmen mit jedem neuen Kommando an. Die Speicherdauer ist lang.
Smartphones sind fĂĽr viele Aufgaben hervorragend geeignet. Mit einer groĂźen Ausnahme: Das Tippen auf Touchscreen oder Minitastatur bleibt im Vergleich zur Computernutzung relativ unbequem. Das dĂĽrfte einer der GrĂĽnde sein, warum laut Aussagen von Google eine von vier mobilen Suchanfragen in den USA mittlerweile per Sprache erfolgt. Der Trend dĂĽrfte sich fortsetzen: KĂĽrzlich hat der Internet-Riese einen neuen personalisierten "Voice Search"-Dienst eingefĂĽhrt, der deutlich genauer arbeitet als zuvor.
Das verbesserte Angebot, momentan in englischer Sprache und für Android-Handys erhältlich, könnte die mobile Spracherkennung auf ein neues Niveau heben, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Der Grund: Googles Server werden künftig bis zu zwei Jahre lang Sprachkommandos eines Nutzers vorhalten, um die Wortidentifizierung ständig zu verbessern. Diese Radikalform maschinellen Lernens könnte Datenschützer zwar schocken, doch technisch gesehen hat sie eine deutliche Verbesserung der Erkennungsleistung zufolge.
Das zeigte ein Kurztest. Nach dem Download verstand Voice Search vielleicht drei von fĂĽnf Suchanfragen korrekt. Nach wenigen Tagen klappten schon vier von fĂĽnf. Die Substantiverkennung funktionierte genauso gut wie das Abfragen von Flugzeiten oder das Anfordern des aktuellen Kinoprogramms. Voice Search kennt "United Flight 714" (United-Flug 714) ebenso wie "Tru Grit show times 90066" (Film "Tru Grit", Zeiten, Postleitzahl 90066). Weniger erfolgreich sind bislang noch Suchanfragen nach Personennamen. Aus "Wikileaks founder Julian Assange" wurde auch nach mehreren Versuchen nie mehr als ein "Wikileaks founder julian of songs". Trotzdem hilft das automatische Training im praktischen Betrieb ungemein.
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(bsc)