Nokia-Chef sieht Chancen in China

Der neue CEO des Handy-WeltmarktfĂĽhrers, Olli-Pekka Kallasvuo, sieht im Wachstumsmarkt China groĂźe Chancen fĂĽr die Mobilfunkbranche. Sogar der PC-Industrie will er Anteile abjagen.

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Der weltweit am schnellsten wachsende Markt für Mobiltelefone wird sich nach Ansicht von Nokias CEO Olli-Pekka Kallasvuo auch technologisch schnell entwickeln. Von China erwartet der Nokia-Boss künftig eine steigende Nachfrage auch nach hochwertigen Endgeräten, berichtet das Wall Street Journal (WSJ). Der größte Handyhersteller der Welt rechnet damit, dass die Zahl neuer Handybesitzer in China weiter stark zunehmen wird. Allein in den ersten neun Monaten 2006 hätten chinesische Mobilfunkanbieter fast 50 Millionen neue Kunden gewonnen und die Gesamtkundschaft damit auf 443 Millionen erhöht. Für die nächsten drei Jahre rechnet Kallasvuo mit 160 Millionen neuen Kunden.

Noch sei das Wachstumspotenzial des chinesischen Marktes nicht ausgeschöpft, sagte Kallasvuo während eines Besuchs in Peking gegenüber dem WSJ, gerade jetzt drängten die Anbieter auch in ländliche Gebiete vor. Daher könne China als sich entwickelnder Markt gelten. Andererseits sei der Markt aber bereits sehr weit entwickelt. Deshalb müssten die Anbieter mit einer breiten Produktpalette antreten, um den Bedarf an einfachen und günstigen Handys ebenso zu decken wie die Nachfrage nach weiter entwickelten Geräten.

Nach Ansicht des Managers entfällt ein großer und wachsender Anteil der neuen Geräte auf Bestandskunden, die schon ein Handy besitzen und es mit einem neuen und üblicherweise teureren Modell ersetzen möchten. "Das Ersatztelefon ist typischerweise nicht nur Ersatz, sondern ein Upgrade", erklärte Kallasvuo. Nokia schätzt den Anteil der Ersatzkäufe auf 55 Prozent, bis 2010 sollen es 80 Prozent sein. Zudem sieht der Nokia-Chef die Chance, den PC-Herstellern einige Kunden abzujagen. "In China ist das Mobiltelefon weitgehend ein Ersatz für den Computer. Die Menschen machen ihre erste Internet-Erfahrung auf einem Handy, nicht auf dem PC", sagte Kallasvuo. (vbr)