Plastic Logic investiert in neues Werk
Mit frischem Kapital des neuen Investors aus Russland will Plastic Logic rund 500 Millionen Euro in den Ausbau der Kapazitäten stecken. Ein neues Werk in Moskau soll entstehen. Wann der E-Reader "Que" auf den Markt kommt, steht aber weiter in den Sternen.
Der E-Reader-Hersteller Plastic Logic steckt gut 700 Millionen US-Dollar (rund 520 Millionen Euro) in der Ausbau seiner Kapazitäten. Möglich wird die Investition durch den schon im November verkündeten Einstieg des russischen Staatskonsortiums Rosnano, wie das unter anderem in Dresden produzierende Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der größte Teil davon fließe in eine neue Fabrik nahe Moskau.
In Dresden werde aber ebenfalls expandiert, sagte Sprecherin Rachel Lichten der Nachrichtenagentur dpa. "Das Geld flieĂźt in alle unsere Standorte", sagte sie, nannte aber keine Details. Laut einem Bericht der Dresdner Neuesten Nachrichten ist ein Betrag im zweistelligen Millionenbereich fĂĽr neue Anlagen und einen Anbau vorgesehen.
Das Werk in Russland soll spätestens 2014 in Betrieb gehen und Kunststoffdisplays für die elektronischen Lesegeräte namens "Que" produzieren. Bislang werden die Displays ausschließlich von den 180 Mitarbeitern in Dresden gefertigt. Seinen Hauptsitz hat Plastic Logic in Mountain View im US-Bundesstaat Kalifornien.
Wann das Gerät im zweiten Anlauf auf den Markt kommen soll, stehe noch nicht fest, betonte Lichten. "Wir wollen uns Zeit mit der Weiterentwicklung lassen", sagte sie. Im ersten Anlauf war Plastic Logic mit der Markteinführung gescheitert. Der Verkaufsstart hatte sich mehrfach verzögert und war dann ganz abgesagt worden, weil der "Que" nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprach. Das Gerät ist vor allem zum Lesen von Dokumenten und Akten sowie Büchern und Zeitungen gedacht.
Rosnano war 2007 eigens zu dem Zweck gegrĂĽndet worden, den Aufbau der Nanotechnologie in Russland zu unterstĂĽtzen und Firmen wie Plastic Logic durch Beteiligungen ins Land zu holen. Als Ersatz fĂĽr den deutschen Standort sei das neue Werk nicht gedacht, hieĂź es. (vbr)