Grünes Licht für Kauf der UTA durch Tele2
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde entscheidet zugunsten der Übernahme des zweitgrößten Festnetzanbieters UTA durch den schwedischen Tele2-Konzern.
Die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat die Prüfung der Übernahme des zweitgrößten Festnetzanbieters UTA durch den schwedischen Tele2-Konzern eingestellt. Auch der Bundeskartellanwalt und die Rundfunk- sowie Telekomregulierungs-GmbH sind zu dem Schluss gekommen, dass der angemeldete Zusammenschluss zu keiner Beeinträchtigung des Wettbewerbs führen werde. "Es muss vielmehr als wahrscheinlich gelten, dass durch den Zusammenschluss der Wettbewerbsdruck auf die TA erhöht wird", schreibt die BWB. Auch kein Unternehmer, dessen rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, habe eine schriftliche Äußerung gegenüber dem Kartellgericht abgegeben. Die Behörden werden daher keine kartellgerichtliche Prüfung (Phase-II-Prüfung) beantragen. Also dürfte der Übernahme kartellrechtlich nichts mehr im Wege stehen.
Die beiden Unternehmen haben bislang nicht Stellung genommen. Martin Bredl, Sprecher des Marktführers Telekom Austria (TA), begründete im Gespräch mit heise online den Verzicht auf eine Äußerung gegenüber dem Gericht damit, dass die TA nie gegen den Zusammenschluss gewesen sei. Allerdings fordere die TA Auswirkungen auf die Regulierung. Der TA Auflagen zu machen, dem neuen Unternehmen mit einem ähnlichen hohen Marktanteil aber nicht, sei nicht gerechtfertigt, meint die TA. Der Anteil am Festnetzmarkt von Tele2 Österreich und UTA zusammengerechnet liegt bei knapp über 30 Prozent, jener der Telekom Austria bei rund 50 Prozent. Tele2 verweist jedoch darauf, dass diese Werte nach Minuten gerechnet sind und nicht nach Umsätzen. Nach Abzug der von Tele2 und UTA an die Telekom geleisteten Zahlungen für Vorleistungen liege der gemeinsame Umsatz der fusionierenden Unternehmen bei weniger als zehn Prozent des Festnetzbereiches der TA.
In aktuellen Bescheidentwürfen der Telekom Kontroll-Kommission (TKK) wird nur bei der Telekom Austria bedeutende Marktmacht im Festnetzmarkt für Privatkunden und für nichtprivate Endkunden festgestellt. Bis 6. Dezember kann jeder zu den Entwürfen Stellung beziehen. Solange die Fusion der bislang auf das Privatkundengeschäft konzentrierten Tele2 Österreich und der vorwiegend im Carrier-Geschäft tätigen UTA rechtlich noch nicht vollzogen ist, muss die Marktmacht der beiden Firmen getrennt beurteilt werden. (Daniel AJ Sokolov) / (tol)