Glasnost fĂĽr GLONASS

Russland will sein bisher rein militärisch genutztes Satelliten-Navigationssystem GLONASS künftig auch der Wirtschaft und dem Verkehrssektor zur Verfügung stellen.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Russland will sein bisher rein militärisch genutztes Satelliten-Navigationssystem GLONASS (GLObalnaya NAvigatsionnaya Sputnikovaya Sistema) künftig auch der Wirtschaft und dem Verkehrssektor zur Verfügung stellen. Die bisherigen Einschränkungen für den Einsatz von GLONASS würden zum 1. Januar 2007 aufgehoben, erklärte Russlands Vizepremier und Verteidigungsminister Sergej Iwanow. Zunächst sollen die russischen Bürger davon profitieren, der weltweite Einsatz ist laut Iwanow für 2009 geplant.

Derzeit sind im Rahmen von GLONASS lediglich 12 funktionstüchtige Uragan-Satelliten im All stationiert, die die Erde auf drei Bahnebenen in einer Höhe von 19.100 Kilometern umkreisen. Bis 2008 soll diese Zahl auf 18 erhöht werden, um zumindest eine komplette Abdeckung des russischen Territoriums zu erreichen. Für eine weltweite Nutzung werden mindestens 24 Satelliten benötigt. Das US-amerikanische Pendant GPS (Global Positioning System) umfasst momentan 29 funktionstüchtige Satelliten.

Anfang 2003 hatten die Europäische Raumfahrtagentur ESA und die russische Raumfahrtbehörde Roscosmos vereinbart, dass die seit 2001 eingesetzten Uragan-M-Satelliten auch zum Testen von Hardware für das künftige europäische Satellitennavigationssystem Galileo genutzt werden. Der Zeitplan von Galileo hängt derzeit rund ein Jahr hinter den ursprünglichen Planungen zurück. Die Fertigstellung des Gesamtsystems mit 30 Satelliten (27 für den Betrieb, 3 als Reserve) dürfte nicht vor dem Jahr 2012 erreichbar sein. (pmz)