Bericht: Microsoft plant Navigation mit "WLAN-Landkarte"

Die Redmonder sammeln laut "Financial Times" Daten ĂĽber Standorte von drahtlosen Netzwerken, um diese zur Positionsbestimmung zu nutzen.

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Microsoft baut laut eines Zeitungsberichts anhand von WLAN-Signalen ein System zur Positionsbestimmung und Navigation auf. Dazu habe das Unternehmen bereits eine Datenbank entwickelt, in der Standorte von tausenden von geschäftlichen und privaten drahtlosen Netzwerken enthalten seien, schreibt die Financial Times (FT). Die Daten seien von speziell ausgerüsteten Kraftfahrzeugen und niedrig fliegenden Flugzeugen auf dem Weg durch und über US-amerikanische Städte gesammelt worden; in Großbritannien und anderen Ländern wolle Microsoft damit fortfahren.

Durch die gesammelten Daten soll es beispielsweise für Nutzer von WLAN-fähigen Notebooks möglich sein, ihren Standort auf etwa 30 Meter genau bestimmen lassen zu können -- zum Beispiel in Verbindung mit einer nun auch von Microsoft testweise in Betrieb genommenen virtuellen Landkarte. Diese bietet bereits die Möglichkeit, mit der zusätzlich zu installierenden Software "Location Finder" den eigenen Standort ausfindig zu machen, sofern er sich in den USA befindet.

Microsoft hat laut FT beteuert, aus jedem WLAN-Signal nur die MAC-Adresse genutzt zu haben. Diese sei nicht auf eine bestimmte Adresse oder Person zurückführbar. Bürgerrechtler und Datenschützer haben bereits andere Mapping-Aktionen wie von Google oder von Amazons Suchmaschine A9 kritisiert. Im Auftrag von A9 wurden von LKWs aus möglichst viele Schaufenster in US-amerikanischen Städten fotografisch festgehalten. Diese sind nun über die A9-Website verfügbar. Datenschützer befürchten, durch den Detailreichtum solcher und anderer Fotografien und Daten Gefahren für die Privatsphäre der Menschen. (anw)