Mobile Unsicherheit

PC-Benutzer wissen, dass sie ihre Software stets auf dem neuesten Stand halten müssen, um vor Viren, Würmern und anderen böswilligen Angreifern gewappnet zu sein. Bei den immer leistungsfähiger werdenden Smartphones bleibt das ein Problem.

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PC-Benutzer wissen, dass sie ihre Software stets auf dem neuesten Stand halten müssen, um vor Viren, Würmern und anderen böswilligen Angreifern gewappnet zu sein. Bei den immer leistungsfähiger werdenden Smartphones bleibt das ein Problem.

Besitzer von Sony Ericssons topmodernen Xperia-Telefonen, die laut Hersteller fast alles können, außer Kaffee zu kochen, dürften am vergangenen Freitag schwer geschäumt haben: Da gab der japanisch-schwedische Hersteller via Blog bekannt, es werde für die Geräte des letzten Jahres keine Update-Möglichkeit zu neuen Versionen von Android geben, jenem Google-Betriebssystem, mit dem die Smartphones arbeiten. "Das planen wir nicht", hieß es lapidar, dazu müsse man sich schon neue Geräte kaufen.

Die Aktualisierungsabsage trifft zunächst einmal Kunden schwer, die dachten, ihr Investment würde ihnen zumindest ein, zwei Jahre Spaß, ergo: den aktuellen Stand der Technik, bringen. Aber eine solche Herstellerhaltung ist auch aus einem anderen Grund problematisch: Wenn sich eine Firma weigert, Updates zu liefern, werden auch Sicherheitslücken oft nicht geschlossen.

Dabei sind Smartphones wie die mit Android längst kleine Computer, die von Onlinegaunern mit neuartigen Viren, Würmern und andere Datenschädlingen attackiert werden. Schließlich enthalten die E-Mail- und Web-Maschinen wichtige Daten, lassen sich als direkte Geldquelle missbrauchen (etwa durch im Hintergrund aufgebaute Telefonate zu kostenpflichtigen Nummern) und sind ideale Spionagewerkzeuge, wenn es Kriminellen gelingt, sich in sie hinein zu hacken.

Sony Ericsson ist bei weitem nicht der einzige Handy-Hersteller, der ähnlich kundenfeindlich verfährt. Zahllose sogenannte Feature-Phones, die die Nutzer vor allem zum Telefonieren, SMS-Schreiben und für gelegentliche Kameraaufnahmen nutzen, bieten überhaupt keine technisch gangbare Möglichkeit für Updates, bleiben Software-seitig stets so, wie sie der Hersteller schuf. Und auch hier gibt es Lücken, die bedrohlich sein können.

Was insbesondere bei Android stört: Betriebssystemanbieter Google aktualisiert die Software regelmäßig, doch die Gerätehersteller sind es, die hier die Bremser spielen. Manchmal verbieten außerdem Netzbetreiber Updates, weil man sie angeblich noch nicht getestet hat.

Mit dieser schlecht geölten Software-Maschinerie dürfte es nicht mehr lange dauern, bis es zu schwerwiegenden Sicherheitsvorfällen kommt. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass sich viele Nutzer gar nicht bewusst sind, dass sie ihre Geräte regelmäßig aktualisieren müssen. (bsc)